Dienstag, 15. Mai 2012

Wut im Bauch

Leider habe ich den gestrigen Eintrag vom i-pad aus geschrieben und der übernimmt meine Formatierungen nicht. Hier also noch einmal der Weg vom Gedanken zur Handlung mit mehr Übersicht:


1. 1000 Impulse pro Sekunde durchströmen mich.
2. Ein Gedanke wird ausgewählt.
3. Gefühl/e treten dazu auf.
4. Ein Verlangen entsteht.
5. Dieses Verlangen zieht eine Handlung nach sich.
6. Es entsteht ein bestimmter Effekt.
... und dann geht das Spiel von vorne los.

Interessant ist, dass ich die Wahl habe. Ich entscheide, welchen Gedanken ich aus den 1000 Impulsen pro Sekunde näher verfolge. Wenn ich noch nicht mit einem Gefühl verhaftet bin, kann ich den Gedanken auch weiterziehen lassen und gehe somit auf 1 zurück. Auch von den Gefühlen brauche ich mich nicht beherrschen zu lassen. Ich kann mehrere Empfindungen zulassen und den angenehmen wählen. 

Amrit Kaur hat auch von einer Ausnahme gesprochen: WUT. Wut entsteht nach einem Gefühl (von z.B. Ohnmacht) und ist ein Verlangen (z.B. Rache). Wut ist eine enorme Energie und sollte nicht verdrängt werden. Am Besten ist Bewegung damit sich diese Energie transformieren und auflösen kann. Ohne Handlung besteht die Gefahr, dass ich darin stecken bleibe und davon beherrscht werde. Also, ab in den Wald und Holz hacken!

Amrit Kaur sagte auch folgenden wunderbaren Satz: "Du kannst die Welt nicht so verändern, dass Du niemals verletzt wirst." Ich kenne die Erfahrung gut, dass ich nachdem mich jemand verletzt hat in der Wut über diejenige stecken geblieben bin und mir 1000 Dinge überlegt habe, wie ich das zukünftig verhindern will (z.B. das ich ihr mal ordentlich die Meinung sage!). Doch dann schieße ich ja nur zurück und bin damit auf der gleichen Ebene. Den Schmerz wahrnehmen und durchleben ist besser als sich in Wut zu verstricken. Natürlich heißt das nicht, das ich alles schlucke. Es ist nur ein Unterschied, ob ich mit Vergebung im Herzen offen rede oder mit Wut im Bauch angreife. 

Sat Nam

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