Dienstag, 31. Januar 2012

Relaxte Eierstöcke

Heute war ich zum Hospitieren bei Christiane in Geltendorf. Der Ort ist die letzte Station einer S-Bahnlinie und ich habe wieder gestaunt, wie voll der Kurs war. In dem Raum unterm Dach ihres Wohnhauses können 10 Personen maximal Yoga machen und wir waren komplett. Sie gibt noch einen Kurs am Vormittag und noch welche am Abend. Ich habe ihr gesagt, dass ich es unglaublich finde, dass hier am Ende "der Welt" soviel Nachfrage ist. Sie meinte nur: "Du kannst Dich darauf verlassen - die kommen." Da wir nach Celle und nicht nach Hamburg City ziehen, hat mich das sehr gestärkt.

Die Kryia war gezielt für Frauen ausgesucht und es ging darum, dass sich Frauen oft nicht so gut entspannen können, dass es aber besonders für Frauen wichtig ist. Es waren unter anderem Übungen gegen Spannungen im Unterleib dabei. Christiane erzählte uns, dass sich Streß bei Frauen in den Eierstöcken lagert und von dort für Verkrampfungen sorgt. Wo ich wieder bei meinem derzeitigen Thema "Frauen und Hormone" bin... 

Nach der Stunde strahlten die Teilnehmerinnen um die Wette und ich kann mich über die schnelle Wirkung von Kundalini-Yoga immer wieder aufs Neue freuen...

Heute Abend ist ein besonderer Meditationsabend im Zentrum in München, werde morgen berichten...

Sat Nam

Montag, 30. Januar 2012

Yoga gegen die Uhr

Heute Morgen beim Yoga schaute ich auf die Uhr und war genervt. Mist, 10 Minuten hinke ich hinter dem normalen Zeitablauf hinterher. Wo habe ich bloß herumgetrödelt? Ich will es aber anders. Ich will pünktlich fertig sein, damit ich in Ruhe die Große wecken und der Tag entspannt beginnen kann. Und dann wurde ich richtig unwirsch. Manno und jetzt diese Übung noch und dann diese noch.... Kann ich das nicht irgendwie schneller machen...

Ich war gefangen im "Ich will, ich will, ich will". Verhaftet in einer festen Vorstellung wie etwas doof ist und wie etwas zu sein hat, gepaart mit dem Ehrgeiz es doch irgendwie noch hinzubekommen. Diese Seite kenne ich in mir schon lange, sehr lange. Sie ist durch die Yogapraxis leiser geworden und hat Platz gemacht für mehr Gelassenheit. Doch mir wird bewusster wie sehr sie mich doch noch im Griff hat. Es tut mir nicht gut, ich kann das auch als körperlichen Schmerz spüren. Sie ist ohne Vertrauen und wie eine Peitsche gegen mich selbst. "Du hast einen Fehler gemacht - Böse, Böse, Böse!" Vielleicht wäre ich eine gute Domina geworden... ;-)

Ich glaube, dass es die dunkle Seite der weiblichen Schöpferkraft ist. Es ist eine fehlgeleitete Kreativität, die die eigene Kraft damit verschwendet etwas unpassendes passend zu machen. Der Antrieb ist Angst "Fehler" zu machen, das Urvertrauen fehlt und das Ego suhlt sich im Machbarkeitswahn.

Ich hörte auf damit, dachte an "Sa Ta Na Ma" und machte einfach eine Übung nach der anderen. Als ich fertig war, fiel mir ein, dass ich die Große vor meiner Meditation wecken kann, so dass sie schon einmal in Ruhe aufstehen kann. Außerdem fiel mir plötzlich ein, hatte ja der Kindergarten wegen Planungstag geschlossen und ich brauchte nur das Frühstück für die Große organisieren. Meine Güte und da habe ich mir so einen Streß gemacht....

Yogis sind eben auch nur Menschen.

Sat Nam 

Sonntag, 29. Januar 2012

Abschied fiel leichter

Heute fiel mir der Abschied von Ralf, als er um 17 Uhr zur S-Bahn musste viel leichter. Wir waren bei Freunden (Danke an Euch für die schöne "Faschingsparty"!) und ich brachte ihn zwischendurch weg. So war kurz vorher und dem mulmigen Moment nachher Ablenkung und wir waren nicht "allein zu dritt". Die Große war zwar trotzdem für einen intensiven Moment sehr traurig und ein paar Tränen kullerten über ihre Wangen, aber nach mütterlicher Trostspende (ich trage immer meinen Trostspenderausweis bei mir) ging es gut.

Durch die Ablenkung kam ich schneller aus dem Abschiedsschmerz und konzentrierte mich stärker wieder auf den Augenblick, der mit all seinen Facetten jederzeit vor mir liegt.

Und jetzt gehe ich ins Bett, mir fehlt noch etwas Schlaf von den letzten beiden Nächten. 

Sat Nam

Samstag, 28. Januar 2012

Nur 11 Minuten

Mein erster blogeintrag von unserem neuen i-Pad aus. Ich weiß leider noch nicht wie ich die Formatierung der Schrift einstellen kann. Gestern Abend hatte die Babysitterin einen ruhigen und ich damit einen schönen Abend. Es war herrlich, dass wir uns alle gemeinsam nach der langen Zeit wiedersehen konnten. Es war sofort eine Vertrautheit da, die aus den langen und intensiven Yogawochenenden stammt. Und richtig tief verbunden fühlten wir uns nach der Meditation. Unglaublich was 11 Minuten sitzen und chanten für eine Veränderung bewirken. Wir schauten uns danach an und waren viel klarer in unserem Denken und Reden. Das Mantra "ek ong Kar Sat Gur prassad" tönte in mir noch den ganzen nächsten Tag nach. Lieben Dank an Dayajot Kaur, die als Gastgeberin dies alles möglich machte. Mir ist auch wieder bewusst geworden, wie gut unsere Kinderyogalehrerinausbildung war. Fast jede unterrichtet Kinderyoga und gibt Kindern die Möglichkeit in den Genuss von Yoga zu kommen. Es ist überhaupt ein Phänomen, wie schnell sich Yoga täglich verbreitet und wieviele Menschen weltweit ihre Lebensqualität damit ständig verbessern. Sat Nam

Freitag, 27. Januar 2012

"Verwahrlosung der Männer"

Gleich fahre ich zur "Yogaparty" von Dayajot Kaur. Ich freue mich sehr, bin jedoch etwas angespannt, da es der Kleinen nicht so gut geht. Ich hoffe, dass ich den ganzen Abend bleiben kann und die Babysitterin ebenfalls einen ruhigen Abend hat....

Von der Gastgeberin habe ich gerade eine e-mail mit folgendem "schockierenden" Text gelesen. Es sind natürlich alles nur Klischees, aber ich habe doch viel gelacht:


Neuer Fall von Verwahrlosung
"Was sind das für Frauen, die zu so etwas fähig sind", fragt man sich unwillkürlich angesichts des neuesten Falles von gefährlicher Vernachlässigung, der sich letztes Wochenende in Hannover ereignete.
Wie erst jetzt bekannt wurde, befreite die Polizei am Sonntag gegen Mittag im Sahlkamp aus einer Hochparterrewohnung einen kurz vor dem Verdursten stehenden, schlecht ernährten 37-jährigen Mann. Nachbarn hatten die Ordnungshüter alarmiert. Die Lebensgefährtin des Mannes, war am Morgen für ein paar Stunden mit den Kindern zu den Großeltern gefahren.
In der Wohnung fanden die Mitarbeiter der Polizei keinerlei altersgerechten Getränke. "Nur Wasser, Tee und Säfte, so was habe ich noch nie gesehen", so der noch sichtlich mitgenommene Polizeibeamte. Er und seine Kollegen erleben so einiges, aber in jener Wohnung fanden sie nicht einmal genügend Nahrung für eine einzige Männermahlzeit. Nur Müsli, Milchprodukte und Rohstoffe wie Kartoffeln, Reis oder Eier, die vor dem Verzehr erst noch verarbeitet werden müssten, befanden sich in der Küche. Die Regale der Wohnung quollen über von kulturwissenschaftlicher Fachliteratur. Aber es fand sich keine einzige Männer-, Auto- oder Fußballzeitschrift. Auch kein Fernseher.
Die Beamten brachten den Mann in eine Kriseneinrichtung der gastronomischen Hilfe, dem "Kleinìs Brauhaus" in der Bahnhofstraße. Der Leiter der Einrichtung päppelte den Mann persönlich mühsam über Stunden mit Bier und Korn wieder auf. Mitarbeiter des zuständigen Pizzaservice verteilten Notrufnummern in der Nachbarschaft. "Warum erst jetzt!?"
fragten einige?
Oftmals sind Männer, die Opfer dieser Form von Vernachlässigung geworden sind, schlicht und einfach nicht in der Lage, selbst um Hilfe zu bitten.
Seit sich schnurlose Telefone in den Haushalten allgemein durchgesetzt haben, wissen oft nur noch die Frauen, wo in der Wohnung sich diese Telefone befinden. Junge Frauen seien mit der Haltung und Pflege eines Mannes häufig überfordert. Der zuerst possierlich wirkende Mann werde schnell zu einer Belastung, wenn er nach der Balz seine typischen Verhaltensweisen der Sesshaftigkeit ausbilde. Spätestens wenn die ersten Kinder da seien, bleibe den Frauen neben ihrer Berufstätigkeit kaum noch Zeit für den Mann. Böse Absicht sei es eigentlich so gut wie nie, die Frauen dazu bewege, ihren Mann alleine zu Hause zu lassen. Aber Fälle wie dieser erschüttern auch die Einsatzkräfte. "Der Ärmste hat bloß noch 90 Kilo gewogen." Fassungsloses Kopfschütteln.
Dem Mann geht es glücklicherweise wieder den Umständen entsprechend gut. Aber das Entsetzen bleibt. Nachbarn und Anwohner stellten Flachmänner und Sixpacks unter dem Balkon des Opfers auf und entzündeten Kerzen. Auf einem handgeschriebenen Zettel steht die
Frage: "Warum?" Sie bewegt hier alle.

Sat Nam

Donnerstag, 26. Januar 2012

Pulverschnee

Danke, liebe Helga für Deine Unterstützung! Durch Deine Hilfe habe ich es geschafft. Das Zimmer strahlt nun in yoga-weiss und ich bin wieder einen Schritt weiter in der Renovierung für den Umzug. 

Ich hatte Helga gestern Abend auf ihr Handy gesprochen und als ich auf dem Rückweg vom Kindergarten war, hatte sie noch nicht zurückgerufen. Im Kiga hatte ich noch auf eine weitere Alternative einer Mutter gehofft, die aber nicht da war, da ihr Kind krank war. Mein Verstand konnte wieder das Lied von "Was ich alles machen werde, wenn Helga am Vormittag nicht kann" spielen... 

Es ist unglaublich in welcher Geschwindigkeit das Gehirn Gedanken produzieren kann. Ich ratterte alles Mögliche durch: Beim Nachbarn klingeln (geht nicht, er hat nur ein Arm), den Schrank auseinander bauen, noch ein paar weitere Telefonate starten (aber wer hat schon spontan am Vormittag Zeit?), drum herum streichen und den Rest morgen machen.... Doch Gott sei Dank hielt ich inne und dachte: STOP! Es ist genug, nun warte doch erst einmal ab. Gehe in Ruhe nach Hause, fang einfach an und dann wird sich schon etwas ergeben. PUNKT. 

Dann ging ich abseits vom normalen Weg über eine große Rasenfläche und freute mich über das Knirschen der Stiefel im gefrorenen silber glänzenden Pulverschnee. Herrlich. 5 Minuten später rief mich Helga auf meinem Handy an....

Sat Nam

Mittwoch, 25. Januar 2012

SNR und Kreativität

Heute war Dayajot Kaur wieder zum SNR-Üben da und es ist mir wieder leicht gefallen in diese spezielle Meditationswelt hinab zu tauchen. Sie hat auch erzählt, dass es ihr gut tut und ich konnte ihr ein paar Ideen für ihr Wohlbefinden geben, die während der Meditation auftauchten. Das mag ich besonders am SNR, dass es so kreativ ist und Lösungen entstehen können auf die wir mit reiner logischen Analyse nie gekommen wären. 

Es ist schön, das Gefühl zu haben, direkt etwas Gutes tun zu können. Und es macht Spaß, was sich für interessante Zusammenhänge auftun. Es kamen die Themen Nervenstärke und Geduld auf. Und ich dachte, was kann ihr gut tun, damit sie diese Eigenschaften stärker entwickeln kann. Da tauchte ein Bild auf, wo sie über einen Baumstamm balancierte. Balance! Genau das ist es. Im Yoga gibt es unzählige Übungsreihen zum Thema Nervenstärkung wo die Arme stets für länger Zeit hoch gehalten werden. Doch gibt es noch andere Möglichkeiten: Balancieren. Dabei muss ich meine Arme auch stets hochhalten, damit ich mich ausgleichen kann. Dieser Zusammenhang war mir vorher nicht bewusst.

Morgen will ich das Zimmer von der Großen streichen und habe bereits die Bilder abgehängt und ein paar Sachen auf andere Zimmer verteilt. Nur leider habe ich gerade bemerkt, dass der Kleiderschrank (nicht groß weil Kinderkleiderschrank) ziemlich instabil ist und sich schlecht bewegen lässt. Wenn irgendjemand morgen Vormittag zufällig Zeit hat mir für ein paar Minuten zu helfen, BITTE MELDEN!

Sat Nam

 

Dienstag, 24. Januar 2012

bewusster Essen

In dem Film "Eat,Pray,Love" sagt Julia Roberts (sinngemäß): "Ich möchte einmal wieder einfach nur essen, weil es mir schmeckt und nicht nachdem ich überlegt habe wieviel Kalorien ich gestern zu mir genommen habe und wieviele ich heute essen darf." Ich fand es doppelt gruselig, weil ich mir vorstellen kann, dass sie als Schauspielerin genauso lebt.

Wenn ich sehe wie kleine Kinder normalerweise essen, dann wird mir bewusst wie verrückt der Satz von Julia ist. Ein Kind isst solange bis es satt ist und dann hört es sofort auf. Wenn es nicht Unmengen an Süßem und ungesunden Kram vorgesetzt bekommt läuft das normalerweise gut. 

Ich habe mich oft gefragt, warum geht das bei mir nicht so einfach. So extrem wie in dem Film bin ich nicht, aber ich kenne diesen Wahn auch und er ist anstrengend. Es raubt Zeit und Nerven, nimmt Freude am Leben. Im Grunde genommen komme ich auch da am Besten raus, wenn ich wieder meinem Gefühl traue. Wie oft esse ich, nur weil ich glaube, ich brauche jetzt unbedingt etwas. Und die Frage ist, was brauche ich eigentlich wirklich? 

Manchmal esse ich, aber in Wirklichkeit sehne ich mich gerade nach Ruhe. Es gab eine Zeit nach dem Abendbrot, da lief ich immer in den Keller und räumte mein Süßigkeitendepot leer. Irgendwann überlegte ich, warum tue ich das? Ich verzichtete darauf und wartete was passiert. Ich wurde unruhig, genervt und lief umher wie ein Tiger in einem Käfig. Da plötzlich erkannte ich, was es war. Die Aussicht nach einem langen Tag die Kinder ins Bett bringen zu müssen empfand ich als puren Streß und mir fehlte die Kraft dafür. Also dopte ich mich mit Süßem. Nach dieser Erkenntnis änderte ich das Abendritual (rechtzeitig mit Abendbrot beginnen, Erziehung zur Selbständigkeit der Kinder (nur bei aufgeräumten Zimmer gibt es eine Gute-Nacht-Geschichte, sonst räume ich auf, aber es gibt aus Zeitgründen keine Geschichte mehr...etc.). 

Wie oft esse ich etwas, weil ich glaube, dass sei jetzt gut, aber in Wahrheit schmeckt es mir gar nicht. Wie oft esse ich nicht das, was ich gern mag, weil ich es mir selbst verweigere....

Die Schwierigkeit ist die Gewohnheit. Es gab eine Zeit da hatte ich mich an ungesunden Lebensmitteln so sehr gewöhnt, dass ich dachte, sie schmecken mir tatsächlich, einfach nur weil ich die Alternative nicht mehr kannte....

Das Thema Essen ist sehr komplex und ich brauche viel Bewusstsein um damit in entspannter Art und Weise umzugehen. Ich glaube, dass Yoga hier sehr hilft, weil sich sowohl mein Körper- also auch mein emotionales Bewusstsein verbessert. Ich spüre schneller, wann ich satt bin und fühle stärker, wann ich aus Frust heraus esse. Und ich merke schneller, wann ich wieder dem Kalorienzählwahn verfalle...

Guten Appetit!

Sat Nam         

Montag, 23. Januar 2012

Impulsen trauen

Das Gedanken machen kann ein schöner Sport sein. Doch auch dort brauche ich Pausen, damit ich spüre, dass es das "Nichts" auch gibt. Das Verschmelzen mit dem Augenblick, wo ich mich nicht auf eine Empfindung oder Gedanken konzentriere, sondern alles um mich herum gleichzeitig wahrnehme, rieche, schmecke, sehe, höre, fühle.... Dann kann ich einfach nur den aktuellen Impulsen nachgeben und danach handeln. 

Heute Vormittag überlegte ich, was ich heute Mittag kochen möchte. Eine langjährige Freundin, die ich schon seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen habe, wollte auch vorbeischauen. Und schon ging die Rattermühle los: Die Kleine will Nudeln, aber das sagt sie eigentlich immer und wir hatten gestern schon Nudeln und außerdem ist mir heute nicht nach Nudeln. Nun gut, ich könnte Kürbisgemüse dazu machen, dass wäre dann mal etwas anders als der Nudel mit Tomatensoße-Klassiker. Und die Freundin? Die mag eigentlich alles. Die Große hat die letzten Male den Kürbis nicht gegessen. Wie stehe ich denn da? Ich koche und die Kinder essen nur trockene Nudeln. Außerdem muss ich pünktlich zu einer festen Uhrzeit mit dem Kochen fertig sein weil die Große noch zum Gitarrenunterricht muss. Aber wenn ich den Kürbis zu früh anstelle wird er zu weich, zu spät wird er zu hart. Die Nudeln kann ich kurzfristig schnell kochen..... WAHNSINN höre auf!  Koch' doch einfach das wozu Du im Moment Lust hast. Fertig. PUNKT!

Ich telefonierte mit einer anderen Freundin und wir kamen ins Plaudern. Plötzlich sah ich auf die Uhr und dachte, ich muss anfangen mit dem Kochen oder eine Brotzeit machen. Durch das Gespräch war ich abgelenkt und kochte aus dem reinen Impuls heraus. Ich schälte die Steckrübe und lauschte dem Gespräch. Ich schnitt sie irgendwie und erzählte. Die Zwiebel hackte ich klein und dünstete sie. Ich schaute wenig zur Uhr, sondern machte einfach gerade das, was ich für angemessen hielt. Ah, da habe ich doch noch einen Rest Kokosmilch im Kühlschrank. Den Reis setze ich einfach jetzt schon auf, der kühlt nicht so schnell ab. Und die roten Linsen sind schnell gar. Wir beendeten unser Telefonat und ich schaute zur Uhr. Oh, ich muss die Kleine vom Kiga abholen, aber das Essen muss in 10 Minuten ausgestellt werden. Bis dahin bin ich noch nicht zurück. Streß kam auf, was nun? In dem Moment kam die Große von der Schule. Sie bekam Anweisungen, dass wenn die Uhr piepte, sie die Töpfe von den heißen Platten schieben muss. 

Kreativität beginnt im bloßen Sein im Augenblick.

Sat Nam 

Sonntag, 22. Januar 2012

Trotz Abschiedsschmerz wieder in die Mitte kommen

"Mama, heute bin ich besonders traurig, dass der Papa schon wieder weg muss... Und diesmal hilft es auch nicht, dass wir bald umziehen. Das dauert doch noch so lange", sagte die Große mit großen Kulleraugen. Ralf musste heute (und auch die nächsten Sonntage) schon um 16.30 Uhr losfahren. Die letzten Male haben wir ihn nach dem Abendbrot noch gemeinsam zum Flughafen gebracht. Uns allen fiel der Abschied sehr schwer. 

Wir saßen zu dritt am Küchentisch und waren ganz still. Ich hatte auch Tränen in meinen Augen. Früher hätte ich auf die Große eingeredet und versucht ihr alles schön zu reden. Doch ich weiß, dass das in Wirklichkeit ein davon Laufen vor den eigenen Gefühlen ist. Also hielt ich die Stille aus und nahm einfach nur den Moment mit all seinen Facetten wahr. 

Schließlich atmete ich tiefer ein und aus, strich den beiden nochmals über ihre Wangen und spürte wie wichtig es ist, den Raum für den Schmerz zu geben. Die Kinder wechselten von sich aus das Thema und unterhielten sich. Sie schienen erst einmal beruhigt zu sein. In mir fühlte ich eine Schwere und ein bisschen Wut darüber, dass ich die Situation nicht sofort verändern kann. Dieser Gedanke tat mir nicht gut und ich fing an mich damit stärker zu beschäftigen als nötig. Das ist der erste Schritt auf den Weg in ein emotionales Wirrwarr, das nicht gut tut. Da sprang ich plötzlich instinktiv auf und schaltete Yogamusik ein.

Sehr schnell kam ich in die ersehnte Neutralität zurück und fühlte mich wieder leichter. Ja, es ist traurig und manchmal hart. Aber jetzt ist er unterwegs und wir sind hier, was machen wir? Wir setzten uns ins Wohnzimmer auf den Boden und fingen an auf DINA3-Blättern zu malen. Im Hintergrund ließ ich die Sadhana-Musik von Snatam Kaur ("Amrit Vela") laufen und wir zeichneten knapp eine Stunde mit ganzer Hingabe. Es war als würden wir uns damit stark auf den Moment zentrieren können und wieder unsere Kraft finden.

Sat Nam
 

Samstag, 21. Januar 2012

Selbstdisziplin ist Dein einziger Freund

Mit Dayajot Kaur habe ich neulich darüber gesprochen wie stark unser Verstand sein kann. Selbst beim Yoga können wir unendlich Zweifel entstehen lassen: Ist das wirklich die richtige Yogaübungsreihe für mich? Wirkt die Meditation tatsächlich oder rede ich es mir nur ein? In dem Yoga-Ausbildungsbuch stehen Sachen drin, also ich weiß nicht, da sehe ich einiges ganz anders.... Zweifel ist gut, weil ich mich dabei überprüfen kann und darauf achte meine Individualität zu leben. Ich kann herausfinden welche Seiten mich besonders ansprechen und welche nicht. Das ist ein Prozeß. Genau wie beim Yoga unterrichten. Den eigenen Stil gilt es Schritt für Schritt zu finden und zu entwickeln.

Unangenehm wird es, wenn aus dem gesunden Zweifeln ein Verzweifeln wird oder eine kategorische Ablehnung. Dann laufe ich Gefahr meinen Gefühlen nicht zu trauen, dieser erfüllenden Ruhe nach einer Yogastunde oder der seeligen Tiefe nach einem Ausbildungswochenende.  

Und meine eigene Entwicklung beeinflusst natürlich auch mit welcher Perspektive ich die Yogathemen sehe. Ich lese gerne die Zettel mit den Yogasprüchen an den Yogitees. Einer hat mir früher nicht gefallen, jetzt mag ich ihn, weil ich ihn nun anders verstehe: "Selbstdisziplin ist Dein einziger Freund." Früher empfand ich Selbstdiziplin als verkrampfte und ausschließlich leistungsorientierte Handlung. Und das auch noch als Freund, sogar der einzige? Heute kann ich den Satz annehmen. Selbstdisziplin ist für mich das morgendliche tägliche Yoga, das mir gut tut. Ich mache es weil der Tag dann eine andere Qualität für mich hat. Es geht nicht um Leistung oder Kampf, sondern um eine gesunde Eigenliebe und gleichzeitig um ein angenehmeres Miteinander. Wenn ich klar und entspannt bin, kann ich mich viel liebevoller um meine Kinder kümmern, schönere Gespräche mit Freunden und Familie führen, toleranter meinem Partner gegenüber sein, etc.... Und die Selbstdisziplin als verlässlichen Freund verstehe ich als feste Säule, so dass ich weiß, es kann kommen was will, ich habe etwas an das ich mich halten kann. Oder wie ein anderes Yogazitat es schön ausdrückt: "Wenn Du Dich morgens kalt abduscht, kann Dich den ganzen Tag über nichts mehr erschrecken."

Sat Nam

Freitag, 20. Januar 2012

No resistance

Heute war wieder eine schöne Kinderyogastunde. Mir ist bewusst geworden, dass ich meine Art zu unterrichten verändert habe. Anfangs habe ich mich noch sehr an Vorgaben gehalten, doch nun bin ich mutiger und freier geworden. Ich spüre mich mehr hinein, was die Gruppe wohl brauchen könnte. Die Kinder können nach einem dreiviertel Jahr sehr viel, sind sicherer in den Übungen, halten länger durch und fordern mehr bzw. zeigen offener, wovon sie mehr haben wollen. Es macht unglaublich Spaß.

Am letzten Sonntag habe ich beim SNR von Simran Kaur eine Kette (Japa Mala) gekauft. Sie ist aus grünen Aventurin-Quarz-Steinen. Beim Auffädeln und Verknoten nach jedem Stein hat sie das Mantra Ad Such, Jugad Such, Aibhee Such Nanak Hosee Bhee Such hinein gechantet. Das klingt etwas eigenartig, aber nachdem ich sie umgehängt hatte, ertönte der Klang des Mantras sofort in mir. Gestern lud ich mir das Mantra (gesungen von Sat Kirin Kaur) auf meinen Laptop und war begeistert von der Musik. Doch mein Ipod streikte. Immer wenn ich dieses Lied (und nur bei diesem) spielte, sprang er plötzlich in ein anderes Lied. Interessant ist, dass dieses Mantra von der Bedeutung her mit "No Resistance" (Kein Widerstand mehr) übersetzt wird. Mein Ipod leistete heftigen Widerstand. Ich löschte die Dateien und lud sie wieder neu rauf. Danach ging es eine halbe Stunde gut, doch dann sprang er wieder (nur bei diesem Lied). Ich war den Tränen nah. Die Musikdatei läuft auf dem Laptop einwandfrei. 

Heute Morgen löschte ich den Ipod noch einmal und spielte ihn neu auf. Seitdem funktioniert er (bisher, Toi-Toi). Gleichzeitig ist mir ein Widerstand hinsichtlich Musik in mir bewusst geworden: Ich will schon seit längerem meine Sadhana-Musikkompositionen auf CD aufnehmen und habe auch schon den entsprechenden Kontaktmann dafür. Doch im letzten Dezember musste ich wegen Krankheit der Kleinen einen Termin absagen. Seitdem hatte ich Hemmungen wieder einen neuen Termin zu machen und auch Zweifel, ob ich das wirklich hin bekomme. Ich habe Angst mich beim Spielen zu verkrampfen. Doch heute Vormittag setzte ich mich hin, bat das Universum um Hilfe und spielte los. Ich weiß nicht genau warum, aber es lief viel besser als sonst.... Vielleicht hat sich tatsächlich eine Blockade gelöst. Ich werde einen neuen Termin machen und einen neuen Versuch wagen.

Wahe Guru!

Sat Nam


Donnerstag, 19. Januar 2012

An die Ruhe erinnern

Puh. Nun ist heute der dritte Tag in Folge, wo die Kleine noch zu Hause bleiben muss. Ich gebe zu, jetzt wird es schwieriger sich auf das Treiben lassen einzulassen. Obwohl sie so süß ist, bin ich etwas gereizt. Hinzu kommt, dass das Wetter umgeschlagen ist vom herrlichen Sonnenschein und knackiger Kälte in lauwarmen Föhn mit Windböen und das ich letzte Nacht weniger Schlaf als sonst hatte. 

Der Computer läuft nicht richtig, der Trockner macht zuviele Fusseln, die Kleine will schon wieder eine Geschichte vorgelesen bekommen (und zum Einkaufen will sie nicht mit, weil sie im Schlafanzug bleiben will), die Große hat ihre Brotbox vergessen, ÜBERALL sind Spinnenweben, der Reis schmeckt nicht so wie sonst, der Broccoli war auch schon mal besser ..... Ein Meckerschaf hat sich bei mir eingenistet und mir eine Störbrille aufgesetzt: Jede Kleinigkeit wird als elementare Störung angesehen. Oder wie meine Oma immer sagt: "Dem stört die Fliege an der Wand!" 

Wie komme ich da wieder heraus? Erst einmal bewusst werden und erkennen, dass die eigentliche Ursache ich selbst bin. Dann positiv aktiv werden: Gut gesund essen. Lachen. Albern. Tee trinken. Vor sich hin träumen. LANGSAM SEIN. Tief durchatmen. Doodles malen. Yoga machen. Singen. Musik hören. Pausen gönnen. Teig kneten. Spazieren gehen..... Die Ruhe in sich wiederfinden und die Dinge so sein lassen können, wie sie sind.

Zu wissen, dass es eine innere Ruhe gibt ist die Basis. Sich daran zu erinneren die Kunst.


Sat Nam

   

Mittwoch, 18. Januar 2012

Kalte Füße warm-atmen

Bei meiner 1-Minuten-Atemübung habe ich heute gespürt, dass ich noch tiefer Einatmen kann als geglaubt. Wenn sich der Bauch nach außen wölbt, weil die Lungen sich ausdehnen, kann ich noch tiefer gehen und auch die Außenseiten um die Hüften dehnen. Die Folgen sind sehr weitreichend: Meine Füße werden warm! Kalte Füße haben mit Verspannungen der Muskeln bei den Nieren zu tun. Durch das tiefe Atmen kommt auch mehr Sauerstoff in diesen Bereich und die Muskeln entspannen sich. Am Stärksten ist der Effekt, wenn ich den Atem einige Zeit anhalte. Die Wärme steigt sogar bis in die Schultern hinauf zu den Ohren. Wenn ich den tiefen Atmen zur Gewohnheit werden lassen kann, melde ich mich umgehend zur nächsten Polarexpetition an...

Heute kam Dayajot Kaur zum SNR-Üben vorbei. Es tut gut, wenn es auch außerhalb der Ausbildung funktioniert und eine Wirkung spürbar ist. Das Behandeln mit dem Traumzustand liegt mir und fällt mir leicht. Faszinierend finde ich, dass es reicht den Raum zu öffnen und zu halten. Der Rest kommt unmittelbar und direkt vom Universum. So langsam begreife ich, was es heißt sich mit der eigenen und der kollektiven Quelle zu verbinden: Den Kopf mit samt Grübeleien ausschalten und sich auf den Fluß der Gedanken, die durch Spüren, Hören, Sehen, Schmecken und Riechen entstehen, einzulassen. Nicht einen davon festhalten und analysieren, sondern einfach nur zulassen. Himmlisch!

Sat Nam   

Dienstag, 17. Januar 2012

Kinder als Lehrer

Am Morgen kam mir bei der 1-Minuten-Atemübung in den Sinn, dass ich heute einen langsamen Tag machen möchte. Ganz bewusst ein Brot schmieren, die Hände waschen, die Haare kämen, etc... Behutsam sein im alltäglichen Tun. "Unterstützend" stand meine Kleine vor mir und sagte, dass es ihr nicht gut geht und sie heute nicht in den Kindergarten will. Der einzige Zeitstreßpunkt war, dass die Große pünktlich in die Schule musste. 

Früher war ich oft genervt, wenn die Kinder krank waren und damit all meine Pläne und Freiheiten zunichte machen. Heute bin ich neugierig, wie wohl der Tag verlaufen wird. Natürlich wäre es mir lieber sie wäre gesund. Doch im Winter ist die Haupterkältungszeit und der Kelch kann nicht immer an ihr vorbei gehen. Gespenstisch ist meistens der Moment wo ich mit ihr auf dem Sofa sitze und auf die Uhr schaue: 8.30 Uhr und nu? 

Sie ist 4 1/2 Jahre alt und kennt noch keine Gedanken wie "oje, wann werde ich wieder gesund sein?" oder "warum bin ich ausgerechnet jetzt erkältet, da war bestimmt ein Bauklotz angesabbert im Kindergarten" oder "gestern hätte ich die dickere Strumpfhose anziehen müssen, darin wäre mir wärmer gewesen und dann wäre ich jetzt nicht krank....". Sie nahm es an, wie es ist und folgte ihrer Intuition, was ihr gerade gefiel: Buch vorlesen, Bild malen, kleine Spiele spielen, kuscheln, Tee trinken, Kuscheltier suchen, Kuscheltier finden, Hörspiel anschalten.... Diesmal habe ich mich dem ganz und gar hingegeben. Ohne auf die Uhr zu schauen oder zu überlegen, wie ich es anstelle, dass sie sich alleine beschäftigt oder schläft. Es ergab sich alles von selbst. Nach einer Weile des Spielens wollte sie sich ein Hörspiel anhören und ich konnte rausgehen. Am Nachmittag schlief sie ein und am Abend wollte sie früh ins Bett. 

Ich hatte heute wieder kostenlosen Unterricht im Thema "So kannst Du im Hier und Jetzt sein". Kinder können wunderbare Lehrer sein.

Sat Nam 

Montag, 16. Januar 2012

Kind-SNR und 1 Minuten - Atem

Gerade hat meine große Tochter mich gefragt, ob ich auch mal Sat Nam Rasayan ("dieses wo Du gestern warst") mit ihr machen kann. 7 Minuten lang lag sie tatsächlich still und ich saß im meditativen SNR-Zustand daneben. In mir ertönten Lieder. Das eine war das Kinderyogalied "I am happy - I am good" und das andere war ein Lied von Westernhagen "Nimm mich mit". Danach erzählte ich ihr davon und sie wusste auch bei dem Westernhagenlied sofort welches ich meinte. Es ist auf jeden Fall zwei Jahre her, dass sie das Lied gehört hat. Sie war danach sehr gut drauf und hüpfte vor Begeisterung umher. Eine schöne Erfahrung für uns beide.

Gestern habe ich Simran Kaur erzählt, dass ich mal bei einer Behandlung ganz heftige Enge im Hals gespürt habe und stark husten musste. Sowie ich weg von dem Patienten war, war das unangenehme Gefühl verschwunden. Sowie ich wieder weitermachte, war es da und ich war wie gelähmt, konnte es nicht auflösen und habe seitdem ein bisschen Angst davor, dass mir das noch einmal passiert. Simran Kaur lächelte mich an und sagte, dass diese Erfahrung ganz normal sei und dass jede/r so etwas schon einmal erlebt hat. Angst ist der größte Feind beim SNR und sie empfahl mir den 1 Minuten - Atem (jeweils 20 Sekunden Einatmen, Halten und Ausatmen) 11 mal hintereinander. Dabei liegt der linke Arm auf dem linken Knie Daumen und irgendein Finger berühren sich, die rechte Hand lege ich an den Hals zum Kehlchakra. 

Ein sehr pragmatischer Vorschlag, den ich heute Morgen gleich umgesetzt habe. Ich schaffe es noch keine 11 mal hintereinander, da ich zwischendurch doch noch einmal Einschnaufen muss, aber ein paar Mal ging es schon. Die Übung beruhigt sehr stark die Nerven und hat mich den ganzen Tag begleitet. Immer wieder hielt ich inne und atmete tiefer durch als sonst. Sehr angenehm.

Sat Nam 

Sonntag, 15. Januar 2012

SNR mit Simran Kaur

Heute war ich beim Sat Nam Rasayan Ausbildungstag in München. Die Italienerin Simran Kaur (www.centrobene.com) zeigte uns das Erleben vom Traumzustand. Ich schätze ihre Art zu unterrichten. Sie lehrt mit Liebe, Hingabe und Klarheit. Eine wunderbare Frau. Sie hörte eine Viertelstunde vor Ende auf und erklärte, dass wir somit die Gelegenheit haben uns voneinander zu verabschieden. Eine tolle Idee. Oft denkt jede daran schnell nach Hause zu kommen und packt hektisch ihre Sachen. Doch diesmal war es anders. Sie selbst ging auch zu jede/m und umarmte. Sie strahlt eine Wärme und Herzlichkeit aus, dass ihre Umarmung eine ganz besondere Qualität hat.

Der Traumzustand ist der Bereich, wo wir nicht richtig wach sind und auch nicht schlafen. Es liegt genau daszwischen. Es können Farben, Bilder, Töne oder andere Empfindungen auftauchen. Ein ständiger Fluß von Eindrücken zeigt sich und die Kunst besteht darin sie einfach fließen zu lassen. Ohne Festhalten, ohne Analyse oder Bewertung. Die Aufgabe des Heilers ist es den Raum dafür zu geben in der Hoffnung, dass sich mögliche Blockaden auflösen können oder einfach nur Bewusstsein für tiefe unbewusste Prozesse entsteht. Renate war so lieb und hat sich wieder als Übungspatientin zur Verfügung gestellt. Das hat sehr viel Spaß gemacht und ich werde sie nicht nur deshalb nach dem Umzug sehr vermissen.

Erkenntnisreich sind die Gespräche nach der Behandlung. Ich erzähle von meinen Empfindungen und gemeinsam können wir herausfinden, was es damit auf sich hat. Fasziniernd fand ich, dass ich Bilder von Menschen gesehen habe, die tatsächlich in ihrem Leben existieren und so aussehen, obwohl ich diese noch nie zuvor gesehen habe. Und mittlerweile bin ich mit dem SNR soweit vertraut, dass ich mich darüber gar nicht mehr wundere. 

Sat Nam   

Samstag, 14. Januar 2012

Sich Wertschätzen

"Sei gut zu Dir selbst" ist ein Satz der in keinem Buch beim Thema "glücklich und gesund sein" fehlt und natürlich auch im Yoga an der Tagesordnung ist. Doch was heißt das eigentlich? Warum fällt besonders uns Frauen das so schwer? 

Es fängt bereits früh morgens im Bad an. "Mist, das Waschbecken wollte ich doch eigentlich gestern schon gesäubert haben." Diese Selbstverurteilung sieht nicht wirklich gut aus. Mein Gesicht im Spiegel zeigte deutliche (zusätzliche) Falten und bestimmte kleine "Wutmuskeln" im Körper waren angespannt. Natürlich wäre es fatal die Sauberkeit gänzlich zu ignorieren und dann irgendwann vor lauter Zahnpastaflecken (Kinder sind Meister dieser Kunst) nicht mehr zu wissen, welche Farbe das Becken eigentlich ursprünglich mal hatte. Doch könnte ich stadtdessen entweder einfach einen Lappen nehmen und wischen oder mir selbst zulächeln und sagen: "Ja, es gab bestimmt Wichtigeres. Zum Beispiel den Kindern zum dritten Mal ihre Lieblingsgeschichte vorzulesen, zum xten Mal zu zeigen, wie man einen Schalfanzug von links auf recht dreht, sie einfach noch etwas länger zu kuscheln oder einfach nur entspannt einen Tee zu trinken."

Es liegt an der Perspektive. Schaue ich eher auf die Dinge, die ich gut gemacht habe, die mir Freude bereitet haben oder schaue ich auf die Dinge, die ich nicht geschafft habe, die ich noch hätte machen sollen müssen. 

Welche Wertschätzung gebe ich mir in meinem sein? Allein die Tatsache, dass in uns Leben entstehen kann, ohne das wir ca. 40 Wochen irgendetwas aktiv tun müssen, zeigt uns doch, dass unsere reine Anwesenheit beglückend ist und wir keine Leistung im Sinne von etwas-Schaffen-müssen brauchen. 

Erkennen wir die weibliche Kraft in uns an, würdigen wir uns, schätzen wir uns und dürfen wir ohne Streß sein. Können wir uns freimachen von Zwängen nur dann wertvoll zu sein, wenn wir etwas leisten. Natürlich können wir tun und machen soviel wir wollen, doch im bloßen Nichts-tun sind wir genauso wertvoll.


Sat Nam




 

Freitag, 13. Januar 2012

Ich habe gerade meine Tage - oh yeah!

Ich habe gerade meine Tage.

Wie Millionen andere Frauen auch, warum schreibe ich das hier? Zum einen weil ich jetzt auch den 40ten Tag der Übungsreihe gegen prämenstruelle Beschwerden geschafft habe und sagen kann: Ja, die letzten Wochen waren ein fundamentaler Unterschied zu den sonstigen üblichen hormonellen Schwankungen. Sowohl auf der körperlichen als auf der mentalen Ebene ist mir viel bewusster geworden und ich habe deutlich weniger Beschwerden. Und zum anderen habe ich den Eindruck, dass es uns Frauen in der Regel peinlich ist. 

Wenn ich mir die Werbespots zu Tampons und Binden ansehe, geht es hauptsächlich darum, dass niemand merken soll, dass wir unsere Tage haben. Wir können dann Sport machen (so wie sonst auch), schwimmen gehen, ... etc. Natürlich wollen wir keine Blutspur hinter uns herziehen und wir müssen uns auch nicht mitten in den englischen Garten stellen, ein Loch buddeln, uns drüber hocken und laut brüllend "Ich habe meine Tage" unser Blut hineingeben (obwohl es bei 100 Frauen gleichzeitig eine coole PR-Aktion wäre), aber ein wenig mehr Stolz und Würde könnte uns gut tun.

Dieses "Trauma" von dem sich Verstecken müssen und hoffen, dass es keiner merkt und sich vielleicht sogar schmutzig fühlen, liegt in vielen Generationen vor uns und hat mit der geringen Wertschätzung der weiblichen Kraft zu tun. Nun habe ich selbst zwei Töchter und wenn sie das erste Mal ihre Tage haben, werde ich gefordert sein. Dazu gibt es bestimmt tolle Bücher mit wertvollen Tipps wie Frau es gut wertschätzt und damit umgeht. Doch in erster Linie lernen Kinder durch das Modell, also sie lernen am Besten durch Vorbild. Wenn ich aber nun diesen Bereich meiner Selbst nicht beackere, wie soll sich dann wirklich etwas verändern?

- Ich habe meine Tage und es toll !!!

- Bist Du bekloppt? Was soll daran toll sein? 

- Die Entspannung.


- Hä?

- Wenn ich mich voll und ganz auf meinen Körper einlasse, dann spüre ich das Entspannungshormon, das in dieser Zeit freigesetzt werde. Es ist ein bisschen so, als würde ich ein klein wenig über dem Boden schweben. In jeder Zelle meines Körpers kribbelt es ein bisschen und eine Stimme in mir flüstert mir zu: Alles ist gut. Du bist ein Teil des Universums. Du bist eine göttliche Frau.

- Und was ist mit den Schmerzen?

Gebe nicht auf. Es gibt einen Weg daraus. Ich glaube, dass Entspannungstechniken aller Art helfen können. Und vor allem verdränge es nicht. Sei in dieser Zeit besonders gut zu Dir.

ICH HABE GERADE MEINE TAGE. 

Oh yeah!

Sat Nam 

Donnerstag, 12. Januar 2012

Der Körper vergisst nicht

Durch die letzte Übung meiner derzeitigen Übungsreihe (siehe blogeintrag von gestern) ist mir heute bewusst geworden wie schön es ist, wenn ich mich mal auf meine Fersen stelle. Einfach mal zwischendurch z.B. in der Küche beim Gemüse schälen. Es entspannt den unteren Rücken und die Schultern. Außerdem spüre ich besser meine Gewichtsverteilung auf meinen Füßen, die optimalerweise gleichmäßig ist. Interessant ist, dass ich durch die Übung automatisch meine Hände "abknicke", also nach vorne oben hochstrecke wie in der Übung auf dem Boden. 

Im Sat Nam Rasayan wird davon ausgegangen, dass sich schmerzhafte Erlebnisse als Verspannungen im Körper manifestieren und die Ursache für viele Krankheiten bilden. Der Körper vergisst nicht. Deshalb ist es auch so wichtig, dass Kinder lernen, was Entspannung ist und wie sie diesen Zustand gezielt erreichen können. Vielleicht müssen sie dann als Erwachsene nicht mehr den mühseligen Weg zurückgehen, sondern können Verspannungen schon im jungen Alter selbst regulieren.

Ein weiterer Grundsatz ist, dass alles mit allem verbunden ist, d.h. wenn beispielsweise mein Magen schmerzt, gibt es noch andere Stellen im Körper die damit verbunden sind und vielleicht sogar der eigentliche Auslöser sind. Deshalb sind die Yogaübungen auch so gut geeignet sich schneller wohler zu fühlen. Ich bewege keine isolierten Muskelgruppe sondern stelle Zusammenhänge her und mache die Erfahrung, dass wenn ich z.B. meine Hüfte und Schulter gleichzeitig in eine Richtung drehe, sich Verspannungen im Nacken lösen. Und da der Körper auch dieses Erlebnis "speichert", bewege mich im Alltag geschmeidiger, weil ich mehr Teile meines Körpers miteinbeziehe.

Yoga ist so herrlich praktisch!

Sat Nam 

Mittwoch, 11. Januar 2012

Stampfen und Halt finden

Bei der Hospitationsstunde am Montag haben wir eine "afrikanische" Aufwärmung gemacht. Zu Trommelmusik sind wir etwas in die Knie gegangen und stampften mit den Füßen kräftig auf. Zur Unterstützung nahmen wir die Hände zu Hilfe und "stampften" in Richtung Boden, so als würden wir einen Ball prellen. Es ist eine sehr erdende Übung, die die Oberschenkelmuskulatur kräftigt (Vorsicht Muskelkater!) und Halt gibt. Dann drehten wir uns dazu noch im Kreis um uns selbst. Das half mir, Halt in mir selbst zu spüren. Und beim Stampfen dachte ich, ja, denke nicht so viel nach, mache einfach Dein Ding.

Ich finde es manchmal nicht so leicht mich abzugrenzen. Besonders wenn ich die Erwartungen meines Gegenübers spüre und nicht enttäuschen möchte. Ich bin da oft in der Zwickmühle, verspanne mich und versuche eine perfekte Lösung zu finden, wo alle glücklich sind. Meistens lasse ich mich dann auf die Erwartungen des anderen ein und verleugne mein eigenes ungutes Gefühl. Doch Bewusstsein ist der erste Schritt zur Besserung und so habe ich mich gestern Abend erfolgreich in einem Telefonat abgegrenzt.

Eine Bekannte in Norddeutschland hatte mir bereits im Dezember angeboten, dass sie in ihrem Sportverein Kinderyoga unter meiner Leitung anbieten könnte. Ich war erst sehr gerührt von ihrem Vorschlag und ihrer Begeisterung dafür. Doch die Randbedingungen sind ungünstig. Ich muss pro Strecke 30 Minuten mit dem Auto fahren und mich schon jetzt auf Termine festlegen. Wir vereinbarten, dass ich ihr meinen Flyertext zumaile. Doch ich tat es nicht. Ich schob es vor mich hin. Schließlich spürte ich in mich hinein und begriff, dass ich das nicht will. Ich will erst einmal in Ruhe umziehen, mich mit den Kindern einleben und mir Kurse vor Ort aufbauen. Früher wäre mir das alles nicht so gut bewusst gewesen. Da hätte ich mich zu irgendetwas hinreißen lassen (aus Angst, eine Chance zu vertun oder dass es die einzige Möglichkeit ist, Kinderyoga zu geben... etc.). Oder ich hätte tagelang herumgegrübelt, wie ich es ihr sage. 

Doch diesmal "stampfte" ich auf, nahm den Hörer in die Hand und sagte auf klarer und netter Weise, was ich nicht will. Sie war schon etwas enttäuscht, verstand aber natürlich meine Situation und wir plauderten noch eine Weile. 

Stampfen ist eine gute Sache, nicht nur beim Selbermachen von Kartoffelpüree.

Sat Nam

 

Dienstag, 10. Januar 2012

Vertrauen und Kraft

Heute Morgen habe ich wieder der neuen Uhr vertraut. Auch in der schwierigen Übung (Rutsche-Position, sich nur auf Fersen und Händen abstützen und dabei auf der Stelle "gehen") ließ ich mich wieder auf die "Hölle" ein. Zu meinem Erstaunen geht es immer leichter. Dadurch dass ich mich nicht mehr durch die Zeit motivieren kann ("Es sind nur noch 30 Sekunden" oder "Ich habe schon eine Minute geschafft"), bin ich gezwungen mich auf mich selbst zu konzentrieren, tiefer zu atmen und in einen meditativen Zustand zu gehen wo Zeit bedeutungslos ist. Wenn mir das gelingt, bin ich sogar überrascht, wenn die Uhr plötzlich tönt. Es ist leichter geworden.

Damit erkläre ich mir auch das Phänomen von Yoga in der Gruppe. Da schaffe ich bestimmte Übungen viel leichter und länger als wenn ich allein zu Hause yogiere. Natürlich geht es dabei in erster Linie um die Stärkung durch die Gruppenenergie. Aber es hilft auch, dass ich nicht verantwortlich bin für die Zeit. Die Lehrerin muss sich darum kümmern. Meistens weiß ich auch gar nicht wie lange eine Übung dauert, da dies vorher nur sehr selten angesagt wird, glücklicherweise. Ich muss von Anfang an in meine Kraft kommen. 

Diese innere Kraft zu spüren und zu erleben ist wunderbar. Ich muss dazu "nur" die Widerstände überwinden. Dass ich glaube, dass ich das nicht kann oder es für sinnlos halte. Die einzige Schwierigkeit ist das Unterscheiden, wo ich mich zu früh aufgebe und wo ich über meine Grenzen gehe. Da hilft leider kein Trick, nur Erfahrung und Selbstreflexion.


Gestern Nachmittag gab es in meiner Familie Zuwachs. Mein Cousin ist das erste Mal Vater geworden. Als ich seine SMS las, überkam mich wieder dieses warme Gefühl. Wow, wie schön! Die Geburt war sehr anstrengend, aber sie hat es geschafft. Das erinnert mich an einen Spruch von einer Freundin, die Hebamme ist: "Wenn der Mann nach der Geburt zu seiner Frau sagt: Na, Mausi jetzt hast Du es ja geschafft. Dann denke ich: Deine Frau hat gerade die größte Leistung erbracht, die eine Frau erbringen kann. Sie hat Euer Kind geboren. Sie ist keine kleine Mausi mehr!" Sie hat die pure weibliche schöpferische Kraft ausgelebt: Adi Shakti!


Sat Nam

   

Montag, 9. Januar 2012

"coole" Hospitation

Heute waren Renate und ich zum Yoga-Hospitieren bei Christine Nirankar in Schöngeising. Wir waren natürlich richtig "cool" mit unseren Profi-Yogamatten und der absoluten intensiven Profi-Yogaausstrahlung, die jede sofort vor Erfurcht erstarren ließ und aus den geöffneten Mündern der normalen Teilnehmer ertönte ein Dauer-Ong-Namo, wir hatten uns extra rote Punkte auf das dritte Auge gemalt und erschienen mit Turbanen, die höher waren als der Mount Everst.... ;-) 

Nein. Das waren nicht die Unterschiede zu einer normalen Stunde.

Ich hatte einfach nur eine imaginäre Hospitationsbrille auf. Durch sie achtete ich mehr auf Nirankar und ihren Erklärungen sowie auf die Haltungen der Teilnehmer und die Art wie korrigiert wurde, wenn nötig. Sie achtete auf jede gleich und ging auch hin, wenn es erforderlich war. Sie gab auch nicht auf, alternative Haltungen anzuleiten, so lange bis eine Position gefunden war. Ich glaube, dass sich dadurch jede gut aufgehoben fühlte. An den Formulierungen bemerkte ich ihre langjährige Erfahrung. Da war kein Wort zuviel, keines zu wenig. Es war eindeutig, klar und logisch aufbauend. Und dann die Kraft und Freude, die sie ausstrahlt. 

Und es ist faszinierend wie stark sie ausgebucht ist und das in Schöngeising, das nicht der Nabel der Welt ist. Das gibt mir Mut für den eigenen zukünftigen Yogaunterricht.

Ich freue mich schon auf die nächste Hospitationsstunde.

Sat Nam



 


Sonntag, 8. Januar 2012

Mit neuer Uhr durch die Hölle gehen

Ich habe heute Morgen das erste Mal meine neue Uhr beim Yoga ausprobiert. Es ist die runde Meditationsuhr vom Satnam-Versand. Ich habe mich von ihr auch wecken lassen. Sie hat verschiedene Laute und ich habe die Klangschalen-Imitation gewählt. Zur Sicherheit habe ich mir noch meinen alten Wecker gestellt, weil ich Sorge hatte, von dem alle 10 Sekunden ertönenen Laut nicht wach zu werden. Ralf, der es gewohnt ist, dass mein normaler Wecker zu sehr früher Stunde schrillt, schreckte auf und sagte: "Oh mein Gott!" Schlief dann aber gleich wieder ein. Eben erzählte er mir, er hätte das Gefühl gehabt, der Himmel würde ihm auf den Kopf fallen. Der Ton war etwas zu laut eingestellt (schließlich hatte ich bedenken, nicht wach zu werden), aber ich fand es sehr angenehm und fühlte mich schneller viel wacher als sonst.

Beim Yoga benutzte ich die neue Uhr und begab mich weiter in die bedrohlichen Untiefen der Unsicherheit durch Neues. Ich schaute während der Übung mehrmals nach ob sie denn auch wirklich läuft. Ich hatte das Gefühl, die Zeit müsste doch schon längst um sein. Mir fehlte das Vertrauen in die neue Technik. Ich konnte üben, was Vertrauen wirklich bedeutet und ich bin erschrocken, wie sehr ich mich dagegen wehrte. Der Drang immer wieder nachzuschauen war unglaublich groß, noch stärker waren die Gedanken dazu: "Habe ich sie auch wirklich richtig eingestellt? Die Zeit müsste doch schon längst vorbei sein. Ich glaube ich unterbreche die Übung und schaue nach." Natürlich hätte ich die Uhr einfach so platzieren können, dass ich die Zeit immer genau im Blick habe, aber genau das wollte ich nicht. 

Was heißt den Vertrauen eigentlich? Dass ich der Uhr vertraue, das sie rechtzeitig einen Laut gibt. Dass ich den Menschen vertraue, die dieses Gerät hergestellt haben. Dass ich meinen Ohren traue, das sie das Signal hören. Dass ich es schon irgendwann selbst merke, wenn die Uhr nicht funktioniert. Und der Verführung standhalte, sich nicht der Illusion von Kontrolle hinzugeben. Selbst wenn ich ständig nachschauen würde, könnte sie trotzdem im nächsten Augenblick, wenn ich nicht schaue, kaputt gehen.

Die letzte Übung in der Reihe ist eine Herausforderung. Ich stemme mich mit dem Gesicht in Richtung Decke nach oben und bilde eine "Rutsche", d.h. nur meine Hände und meine Fersen berühren den Boden. Dabei bewege ich mich wie ein Krebs, der über den Strand läuft, nur nicht so elegant und auf der Stelle. Es dient sehr der Rückenmuskulatur und das Gefühl nach den drei Minuten ist sehr entspannend. Ich habe zwei Wochen lang täglich diese Übung machen müssen bis ich sie wirklich drei Minuten lang durchhalten konnte und ich schaffe sie nun seit über zwei Wochen täglich. Aber ich habe immer dabei auf die Uhr geschaut, sie verflucht und immer wieder geglaubt, dass ich sie diesmal nicht schaffen werde. Heute habe ich die neue Uhr umgedreht, so dass ich sie auf keinen Fall sehen kann. 

Es war für mich die Hölle. Nach einer Weile fing ich an wütend und verzweifelt zu werden. Dann sagte ich mir: Vertrauen! Einfach nur Vertrauen! Eine weinerliche Stimme in mir meldete sich: Ich kann nicht... Ich fing an zu schluchzen und war sehr verzweifelt. Doch ich blieb dabei. Dann meldete sich eine andere sanfte aber entschlossene Stimme: Du kannst es. Dann kam der erlösende Ton.

Sat Nam    


 

Samstag, 7. Januar 2012

Out of control

Frei sein. Von Grübeleien. Vom Verurteilen. Von Angst, der Urteile von anderen. Dagegen erfüllt sein von Liebe, Geduld, Toleranz und innerem Frieden.

Ohne Kontrolle sein. 
Wie bitte? - Ja.
Aber das geht nicht. - Warum?
Ich bin schließlich eine Frau!

Gerade habe ich mich mit einer Frau über das Thema Kontrolle unterhalten und dass es ein sehr weibliches Phänomen ist. Vielleicht liegt es daran, dass wir so intensiv fühlen können und damit auch unsere Ängste viel stärker wahrnehmen. Anstatt den Weg des Vertrauens zu gehen, versuchen wir mit unserem Kopf das Leben zu beherrschen. Was eine Illusion ist, denn in Wirklichkeit beherrschen die Ängste uns. 

Mein Mann liegt gerade auf dem Sofa, schaut Fernsehen und sieht sehr entspannt aus. Wie macht der das? Wenn ich fernsehe, dann lache, weine oder grusle ich mich, aber entspannen?

Ich freue mich schon jetzt auf den Grundkurs 3, wo es um die Unterschiede zwischen Mann und Frau geht. Wir können bestimmt gut voneinander lernen.

Sat Nam

Freitag, 6. Januar 2012

Heuschreckenalarm

Heute vormittag versuchte ich die Noch-Besitzer von unserem neuen Heim zu erreichen. Es ging niemand ans Telefon. Fakten: Ich hatte es das erste Mal versucht. Es ist wichtig, weil wir einen Termin mitsamt dem Handwerker für die Renovierungsarbeiten machen müssen. Wir haben Januar. Im April müssen die Arbeiten beginnen und abgeschlossen werden.

Leider pfiff mein Kontrollwahn-ich in mir auf die Fakten und marschierte los: Was ist, wenn ich die jetzt nicht erreiche? Vielleicht gehen die nicht ans Telefon, wenn die unsere Nummer sehen, weil die ihre Ruhe haben wollen. Was kümmert die schon unsere Projekte? Der Vertrag ist schließlich unterschrieben. Dann werde ich Ralf vorbeischicken. Aber wenn sie ihn abwimmeln? Sich dadurch alles in die Länge zieht? Werden wir im Campingwagen übernachten müssen? Hoffentlich wird es ein warmer Frühling. Vielleicht sollten wir die Kündigung für unser jetztigen Haus nochmal zurücknehmen?...... 

Dieser Wahn ist wie ein Mückenstich. Ich weiß, es ist nicht gut ihn aufzukratzen. Es ist schlecht für meine Haut und es ist doch nur ein kleiner Stich. Trotzdem tue ich es, bearbeite ihn als würde mein Leben davon abhängen und mache aus einer Mücken einen großen Elefantenklecks.

Am Nachmittag erreichte ich die Noch-Besitzer und wir haben einen Termin in der 4. Kalenderwoche im Januar ausgemacht. So ein Glück aber auch.

Ich musste an den Film "Eat - Pray - Love" mit Julia Roberts denken, den ich gestern Abend gesehen habe. Als sie zum Meditieren nach Indien geht begegnet sie ebenfalls ihrem Kontroll-Ich, dass es ihr anfangs sehr schwer macht überhaupt eine Minute zu meditieren. Diese ganzen Heuschrecken im Kopf fressen jeden ruhigen Moment auf und sie sind nie satt. 

Was hilft gegen Heuschrecken?

- Ich glaube, es gibt kein Patentrezept. Das erste ist das Bewusstwerden. Früher wäre mir mein Wahn erst nach drei Tagen aufgefallen, ich hätte bis dahin meine ganze Umwelt mit meinem "Problem" tyrannisiert und lediglich nach zwei Bieren so etwas ähnliches wie Ruhe gefunden. 

- Distanz einnehmen hilft mir, wenn ich es merke. Mich nicht mehr damit identifizieren, sondern mir den Heuschreckenschwarm am Himmel ansehen und mir vorstellen, dass er über mir vorbeizieht. 

- Humor: Wirklich kreativ, was mein Kopf so alles produzieren kann.

- Yoga machen. Schnell ins Dreieck springen und drei Minuten lang tief ein- und ausatmen

- Mantren singen: Sa Ta Na Ma hilft mir oft gut.

- Meditieren. Unsere Hausaufgabe mit Ong Namo Guru Deva(a)

- Und diesen blog schreiben.

Sat Nam
   

Donnerstag, 5. Januar 2012

Druck rauslassen

Gestern Abend ratterte es wieder in meinem Kopf. Welches Umzugsunternehmen sollen wir nehmen? Welchen Maler? Wie wird das mit den Terminen funktionieren? Wie einigen wir uns mit dem Vermieter? Wie sollen wir alles im alten Haus renovieren, nach dem Umzug haben wir nicht mehr viel Zeit..... 

Dann fiel mir der Spruch von Yogi Bhajan ein: "Wenn der Druck stark ist, fang einfach an!". Ich entschied, dass ich am nächsten Tag das kleine Kinderzimmer streichen werde. Es ist umständlich mit Möbeln darin, aber nach dem Umzug haben wir nicht mehr viel Zeit bis zur Übergabe, dass wird zu stressig. Also, nicht groß nachdenken sondern einfach machen.

Es lief viel einfacher als gedacht. Die Kinder hatten auch Spaß und halfen mit beim Aus- und Einräumen. Zeitintensiv ist es natürlich, aber wir haben wieder ein kleines Stück geschafft und der Druck in mir ist wie weggeblasen. Beim Streichen haben wir noch singend Adi Shakti "hineingemalt". Der Raum hat jetzt selbstverständlich eine ganz andere Energie... ;-)


Sat Nam

Mittwoch, 4. Januar 2012

Wände abkratzen als Entspannung

Heute habe ich mit dem Renovieren in unserem jetzigen Miethaus begonnen. Bodüre abscharben in den Kinderzimmern war angesagt. Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass handwerkliche Dinge immer länger dauern als angenommen und sich auch als viel schwieriger entpuppen als gedacht.

Mit dem Spachtel auf der Wand rumkratzen ist nach einer Weile reine Nervensache. Ich schaute auf den zurückgelegten kurzen freien Weg und blickte dann auf die lange beklebte Strecke. Es kam mir vor wie bei einer anstrengenden Yogaübung, wo ich alle drei Sekunden auf die Uhr schaue, wann sie denn nun endlich vorbei ist. Nun hilft der Blick auf die Uhr bzw. auf die noch vorliegende Arbeit überhaupt nicht. Im Gegenteil es ist eher demotivierend. Das einzige was hilft, ist das Vergessen von Zeit und Ziel. Einfach machen ohne zu denken.

Als Unterstützung sang ich "Gobinde Mukande...." in verschiedenen Rhythmen und Melodien. Interessant war, dass ich irgendwann eine Art gefunden hatte, die genau passt. Ich fand meinen eigenen Rhythmus. Es war in etwas so: Gobinde - dong dong - Mukande - dong dong - Udare - dong dong... etc. Das Tun wurde ein Fluß und es machte viel mehr Spaß als vorher. Meine Oma erzählte mir mal, dass die Leute früher auf dem Feld bei der Arbeit immer gesungen haben. Gerade bei eintöniger Arbeit ist das Singen dabei ein Segen.

Es ist ein GROßER Unterschied, ob ich einfach nur Musik dazu höre oder ob ich selbst einen Klang in mir ertönen lasse. Die Yogamantren sind wie geschaffen dafür, da sie einfach sind und eine hohe Schwingung haben.

Im Grunde genommen habe ich also heute nicht gearbeitet sondern den ganzen Tag meditiert....

Sat Nam

Dienstag, 3. Januar 2012

Yoga an der Kasse

Heute Morgen stand ich an der Kasse und hatte "Mordgelüste". Der Kassierer hatte seinen zweiten Tag (wie er mehrmals betonte) und war sehr langsam. Er nahm die Produkte und brauchte nach meinem Gefühl Stunden um den Strichcode zum Ablesen für den Scanner zu finden. In mir taten sich Abgründe auf. Ich dachte, was ist das eigentlich für ein Idiot, dass er noch nicht einmal in der Lage ist den Kram richtig über das rote Auge zu halten. Und dann auch noch diese ungepflegten Haare, wahrscheinlich ist er in Wirklichkeit ein verkannter Künstler, für den dieser Job sowieso unter seiner Würde ist. Und diese Körperhaltung! So schlumpfig und gelangweilt wie ein stinkender Iltis.... 

Ich merkte, dass ich gerade auf dem Weg war richtig schlechte Laune zu bekommen und schaute zur Seite in ein Regal. Dort lag ein Buch "vegetarisch kochen" und hatte ich plötzlich die Idee, ihm dieses Buch an den Kopf zu hauen... Das hätte er dann seiner Jobvermittlerin erzählen können: "Die Biobranche ist einfach zu gefährlich für mich..." Stop!!!

Was war bloß los mit mir? Gereizt, genervt und aggressiv. Ich atmete tief durch und versuchte mein Mitgefühl wieder zu finden. Es war nicht zu finden, aber die Suche lenkte mich ab von meiner "Finsternis". Als ich im Auto saß, drückte ich sofort den CD-Player. Vielleicht hilft mir Yogamusik. Es lief "Aadees tisäh aadees" von Snatam Kaur. Meine Stimmung hellte sich auf, ich konnte besser atmen und kam näher an meine Mitte. Mir wurde die Härte gegen mich selbst bewusst. Der Wahn, dass alles ganz schnell gehen muss und wenn nicht, dann, dann, dann,.... ja, was dann eigentlich? Nichts, nur ein Hineinsteigern in Fehler anderer Menschen und den eigenen. Interessant ist auch die Seite: Wie konnte ich nur so denken, wozu mache ich denn den ganzen Yogakram. Ich bin so schlecht.... Als würde ich die Peitsche gegen mich selbst erheben. Doch all das löste sich mit jeder Minute des Mantra-Hörens immer weiter auf.

Als ich zu Hause ankam, laß ich nach, was das Mantra in poetischer Übersetzung bedeutet:

Lob Ihm (=Gott, Universum, universelle Kraft...), nur Ihm allein!
Am Anfang bist Du, ohne Ende
im Selbst vollkommen und rein.

Treffer! Tief in unserem Herzen sind wir alle vollkommen... Unser Handeln ist nicht immer "perfekt", aber im Sein sind wir alle vollkommen.

Ich hatte es nur vergessen...

Sat Nam

Montag, 2. Januar 2012

Brückenbewusstsein

Heute habe ich mit Karam Kriya beschäftigt. Es bedeutet die Wissenschaft angewandter Numerologie in Verbindung mit Kundalini Yoga. Shiv Charan Singh ist ein Experte auf dem Gebiet und hat daraus sogar einen Kundalini Yoga-Ausbildungsgang entwickelt.

Wenn ich von dem neuen Jahr 2012 die Quersumme bilde 2 + 0 + 1 + 2, erhalte ich die Zahl 5. Hierzu schreibt Shiv Charan Singh in seinem Buch, dass es eine natürliche Präsenz der 5 gibt: Die 5 Finger, die 5 Sinne und die 5 Elemente. Demnach hat das 5. Element eine besondere Bedeutung in diesem Jahr. Es wird dem Äther und als Sinn dem Hören zugeordnet. Das 5. Chakra ist das Kehlchakra und hat mit dem Reden zu tun. Wir sind also stark im Bereich der Kommunikation: Zuhören und sich selbst ausdrücken. Der 5. Körper (Ausbildungsbuch Seite 262) bezeichnet symbolisch den Lehrer und damit die Fähigkeit jedem Menschen Abstraktionen zu erklären, egal wie alt, wie intelligent jemand ist oder welchen Lebensstil er/sie hat. 

In diesem Jahr haben wir besonders starke Energien zum verbalen Austausch. Da der Äther eine hohe kosmische Kraft ist, die das irdische mit dem universellen verbindet, geht es nicht um die allgemeine Plauderei (die auch ihren Stellenwert hat) sondern um das Tiefgründige. Shiv Charan Singh vergleicht die 5 mit der Spitze an einer Pyramide. Die vier Punkte an ihrer Standfläche und dem 5. Punkt ganz oben, das als Tor zum Universum gesehen werden kann. Wir können auch an eine Brücke denken, die auf vier Pfosten steht und zwei Bereiche miteinander verbindet. 

Der 5. Körper wird auch als physischer Körper bezeichnet. Den wir auch als eine Brücke sehen können. Wir spüren unseren Körper und gleichzeitig fühlen wir, dass es da noch etwas anderes gibt als nur Materie. Wenn jemand gestorben ist, können wir den Körper sehen und anfassen und gleichzeitig erkennen, dass der Mensch nicht mehr da ist. Es geht also viel um das Paradoxe im Leben. Wo waren wir vor unserer Geburt? Wo gehen wir danach hin? Wenn wir schlafen und träumen spüren wir, dass da noch eine andere Welt ist. Wenn unser Körper streikt und wir krank sind, spüren wir, dass wir an unserem Körper nicht vorbei kommen. Er ist da, ganz real und fest. 

Vielleicht können wir das neue Jahr für unser "Brückenbewusstsein" nutzen und Erstaunliches über uns, unsere Mitmenschen und das Leben an sich erfahren. 

Ein wunderbares Jahr für die Yogalehrerausbildung!

Sat Nam 

Sonntag, 1. Januar 2012

Getrieben von Seifenblasen

Frohes neues Jahr 2012!

Ich hoffe, Ihr seid alle gut hineingerutscht und fühlt Euch wohl im neuen Jahr. 

Gestern war meine Große sehr erstaunt, dass ich auf meine Wunschrakete Wunschlosigkeit (Akame) geschrieben habe. Sie meinte, das wäre aber komisch. Ich musste lachen und daran denke, wie sie als 2 bis 3jährige war und mit dem Wünschen gar nicht soviel anfangen konnte. Ich glaube, dass Kinder wunschlos zur Welt kommen. Und nachdem sie immer wieder gefragt werden, was sie sich denn nun wünschen, erst damit anfangen. Was auch vollkommen in Ordnung ist, wir dürfen nur nicht vergessen, dass es auch noch etwas Wunschloses in uns gibt, das unabhängig von äußeren Dingen ist.

Heute bei der Ong-Namo-Meditation für Vertrauen hörte ich, wie unten die Kinder spielten und ich dachte, Mensch heute müssen wir noch Ralf zum Flughafen bringen und möglichst noch gaaaaanz viel Zeit zu viert verbringen und ich sitze hier und meditiere. Plötzlich fing ich an ganz schnell das Ong-Namo-Mantra zu chanten. So als würde ich dadurch schneller fertig werden. So wie der Witz von dem kleinen Mädchen, das in der Schule ganz schnell schreibt, weil sie Angst hat, die Tinte könnte nicht reichen. 

Mir wurde wieder bewusst, wie sehr Angst und Hektik miteinander zusammen hängen. Es entsteht eine verrückte Logikkette wie "wenn ich nur ganz schnell noch dies und das mache - ja dann ist alles gut". Es ist ein Handeln ohne Vertrauen. Kein wahres Sein im Moment sondern eine Jagd. Getrieben von Seifenblasen in denen steht, wie etwas richtig oder falsch ist. Wenn ich stehen bleibe und tief durchatme, kann ich die Seifenblasen an mir vorbeiziehen lassen und gelassen meinen Weg gehen. 

Sat Nam