Montag, 30. Januar 2012

Yoga gegen die Uhr

Heute Morgen beim Yoga schaute ich auf die Uhr und war genervt. Mist, 10 Minuten hinke ich hinter dem normalen Zeitablauf hinterher. Wo habe ich bloß herumgetrödelt? Ich will es aber anders. Ich will pünktlich fertig sein, damit ich in Ruhe die Große wecken und der Tag entspannt beginnen kann. Und dann wurde ich richtig unwirsch. Manno und jetzt diese Übung noch und dann diese noch.... Kann ich das nicht irgendwie schneller machen...

Ich war gefangen im "Ich will, ich will, ich will". Verhaftet in einer festen Vorstellung wie etwas doof ist und wie etwas zu sein hat, gepaart mit dem Ehrgeiz es doch irgendwie noch hinzubekommen. Diese Seite kenne ich in mir schon lange, sehr lange. Sie ist durch die Yogapraxis leiser geworden und hat Platz gemacht für mehr Gelassenheit. Doch mir wird bewusster wie sehr sie mich doch noch im Griff hat. Es tut mir nicht gut, ich kann das auch als körperlichen Schmerz spüren. Sie ist ohne Vertrauen und wie eine Peitsche gegen mich selbst. "Du hast einen Fehler gemacht - Böse, Böse, Böse!" Vielleicht wäre ich eine gute Domina geworden... ;-)

Ich glaube, dass es die dunkle Seite der weiblichen Schöpferkraft ist. Es ist eine fehlgeleitete Kreativität, die die eigene Kraft damit verschwendet etwas unpassendes passend zu machen. Der Antrieb ist Angst "Fehler" zu machen, das Urvertrauen fehlt und das Ego suhlt sich im Machbarkeitswahn.

Ich hörte auf damit, dachte an "Sa Ta Na Ma" und machte einfach eine Übung nach der anderen. Als ich fertig war, fiel mir ein, dass ich die Große vor meiner Meditation wecken kann, so dass sie schon einmal in Ruhe aufstehen kann. Außerdem fiel mir plötzlich ein, hatte ja der Kindergarten wegen Planungstag geschlossen und ich brauchte nur das Frühstück für die Große organisieren. Meine Güte und da habe ich mir so einen Streß gemacht....

Yogis sind eben auch nur Menschen.

Sat Nam 

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