Dienstag, 10. Januar 2012

Vertrauen und Kraft

Heute Morgen habe ich wieder der neuen Uhr vertraut. Auch in der schwierigen Übung (Rutsche-Position, sich nur auf Fersen und Händen abstützen und dabei auf der Stelle "gehen") ließ ich mich wieder auf die "Hölle" ein. Zu meinem Erstaunen geht es immer leichter. Dadurch dass ich mich nicht mehr durch die Zeit motivieren kann ("Es sind nur noch 30 Sekunden" oder "Ich habe schon eine Minute geschafft"), bin ich gezwungen mich auf mich selbst zu konzentrieren, tiefer zu atmen und in einen meditativen Zustand zu gehen wo Zeit bedeutungslos ist. Wenn mir das gelingt, bin ich sogar überrascht, wenn die Uhr plötzlich tönt. Es ist leichter geworden.

Damit erkläre ich mir auch das Phänomen von Yoga in der Gruppe. Da schaffe ich bestimmte Übungen viel leichter und länger als wenn ich allein zu Hause yogiere. Natürlich geht es dabei in erster Linie um die Stärkung durch die Gruppenenergie. Aber es hilft auch, dass ich nicht verantwortlich bin für die Zeit. Die Lehrerin muss sich darum kümmern. Meistens weiß ich auch gar nicht wie lange eine Übung dauert, da dies vorher nur sehr selten angesagt wird, glücklicherweise. Ich muss von Anfang an in meine Kraft kommen. 

Diese innere Kraft zu spüren und zu erleben ist wunderbar. Ich muss dazu "nur" die Widerstände überwinden. Dass ich glaube, dass ich das nicht kann oder es für sinnlos halte. Die einzige Schwierigkeit ist das Unterscheiden, wo ich mich zu früh aufgebe und wo ich über meine Grenzen gehe. Da hilft leider kein Trick, nur Erfahrung und Selbstreflexion.


Gestern Nachmittag gab es in meiner Familie Zuwachs. Mein Cousin ist das erste Mal Vater geworden. Als ich seine SMS las, überkam mich wieder dieses warme Gefühl. Wow, wie schön! Die Geburt war sehr anstrengend, aber sie hat es geschafft. Das erinnert mich an einen Spruch von einer Freundin, die Hebamme ist: "Wenn der Mann nach der Geburt zu seiner Frau sagt: Na, Mausi jetzt hast Du es ja geschafft. Dann denke ich: Deine Frau hat gerade die größte Leistung erbracht, die eine Frau erbringen kann. Sie hat Euer Kind geboren. Sie ist keine kleine Mausi mehr!" Sie hat die pure weibliche schöpferische Kraft ausgelebt: Adi Shakti!


Sat Nam

   

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