"Sei gut zu Dir selbst" ist ein Satz der in keinem Buch beim Thema "glücklich und gesund sein" fehlt und natürlich auch im Yoga an der Tagesordnung ist. Doch was heißt das eigentlich? Warum fällt besonders uns Frauen das so schwer?
Es fängt bereits früh morgens im Bad an. "Mist, das Waschbecken wollte ich doch eigentlich gestern schon gesäubert haben." Diese Selbstverurteilung sieht nicht wirklich gut aus. Mein Gesicht im Spiegel zeigte deutliche (zusätzliche) Falten und bestimmte kleine "Wutmuskeln" im Körper waren angespannt. Natürlich wäre es fatal die Sauberkeit gänzlich zu ignorieren und dann irgendwann vor lauter Zahnpastaflecken (Kinder sind Meister dieser Kunst) nicht mehr zu wissen, welche Farbe das Becken eigentlich ursprünglich mal hatte. Doch könnte ich stadtdessen entweder einfach einen Lappen nehmen und wischen oder mir selbst zulächeln und sagen: "Ja, es gab bestimmt Wichtigeres. Zum Beispiel den Kindern zum dritten Mal ihre Lieblingsgeschichte vorzulesen, zum xten Mal zu zeigen, wie man einen Schalfanzug von links auf recht dreht, sie einfach noch etwas länger zu kuscheln oder einfach nur entspannt einen Tee zu trinken."
Es liegt an der Perspektive. Schaue ich eher auf die Dinge, die ich gut gemacht habe, die mir Freude bereitet haben oder schaue ich auf die Dinge, die ich nicht geschafft habe, die ich noch hätte machen sollen müssen.
Welche Wertschätzung gebe ich mir in meinem sein? Allein die Tatsache, dass in uns Leben entstehen kann, ohne das wir ca. 40 Wochen irgendetwas aktiv tun müssen, zeigt uns doch, dass unsere reine Anwesenheit beglückend ist und wir keine Leistung im Sinne von etwas-Schaffen-müssen brauchen.
Erkennen wir die weibliche Kraft in uns an, würdigen wir uns, schätzen wir uns und dürfen wir ohne Streß sein. Können wir uns freimachen von Zwängen nur dann wertvoll zu sein, wenn wir etwas leisten. Natürlich können wir tun und machen soviel wir wollen, doch im bloßen Nichts-tun sind wir genauso wertvoll.
Sat Nam
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