Ich habe gerade meine Tage.
Wie Millionen andere Frauen auch, warum schreibe ich das hier? Zum einen weil ich jetzt auch den 40ten Tag der Übungsreihe gegen prämenstruelle Beschwerden geschafft habe und sagen kann: Ja, die letzten Wochen waren ein fundamentaler Unterschied zu den sonstigen üblichen hormonellen Schwankungen. Sowohl auf der körperlichen als auf der mentalen Ebene ist mir viel bewusster geworden und ich habe deutlich weniger Beschwerden. Und zum anderen habe ich den Eindruck, dass es uns Frauen in der Regel peinlich ist.
Wenn ich mir die Werbespots zu Tampons und Binden ansehe, geht es hauptsächlich darum, dass niemand merken soll, dass wir unsere Tage haben. Wir können dann Sport machen (so wie sonst auch), schwimmen gehen, ... etc. Natürlich wollen wir keine Blutspur hinter uns herziehen und wir müssen uns auch nicht mitten in den englischen Garten stellen, ein Loch buddeln, uns drüber hocken und laut brüllend "Ich habe meine Tage" unser Blut hineingeben (obwohl es bei 100 Frauen gleichzeitig eine coole PR-Aktion wäre), aber ein wenig mehr Stolz und Würde könnte uns gut tun.
Dieses "Trauma" von dem sich Verstecken müssen und hoffen, dass es keiner merkt und sich vielleicht sogar schmutzig fühlen, liegt in vielen Generationen vor uns und hat mit der geringen Wertschätzung der weiblichen Kraft zu tun. Nun habe ich selbst zwei Töchter und wenn sie das erste Mal ihre Tage haben, werde ich gefordert sein. Dazu gibt es bestimmt tolle Bücher mit wertvollen Tipps wie Frau es gut wertschätzt und damit umgeht. Doch in erster Linie lernen Kinder durch das Modell, also sie lernen am Besten durch Vorbild. Wenn ich aber nun diesen Bereich meiner Selbst nicht beackere, wie soll sich dann wirklich etwas verändern?
- Ich habe meine Tage und es toll !!!
- Bist Du bekloppt? Was soll daran toll sein?
- Die Entspannung.
- Hä?
- Wenn ich mich voll und ganz auf meinen Körper einlasse, dann spüre ich das Entspannungshormon, das in dieser Zeit freigesetzt werde. Es ist ein bisschen so, als würde ich ein klein wenig über dem Boden schweben. In jeder Zelle meines Körpers kribbelt es ein bisschen und eine Stimme in mir flüstert mir zu: Alles ist gut. Du bist ein Teil des Universums. Du bist eine göttliche Frau.
- Und was ist mit den Schmerzen?
Gebe nicht auf. Es gibt einen Weg daraus. Ich glaube, dass Entspannungstechniken aller Art helfen können. Und vor allem verdränge es nicht. Sei in dieser Zeit besonders gut zu Dir.
ICH HABE GERADE MEINE TAGE.
Oh yeah!
Sat Nam
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