Montag, 23. Januar 2012

Impulsen trauen

Das Gedanken machen kann ein schöner Sport sein. Doch auch dort brauche ich Pausen, damit ich spüre, dass es das "Nichts" auch gibt. Das Verschmelzen mit dem Augenblick, wo ich mich nicht auf eine Empfindung oder Gedanken konzentriere, sondern alles um mich herum gleichzeitig wahrnehme, rieche, schmecke, sehe, höre, fühle.... Dann kann ich einfach nur den aktuellen Impulsen nachgeben und danach handeln. 

Heute Vormittag überlegte ich, was ich heute Mittag kochen möchte. Eine langjährige Freundin, die ich schon seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen habe, wollte auch vorbeischauen. Und schon ging die Rattermühle los: Die Kleine will Nudeln, aber das sagt sie eigentlich immer und wir hatten gestern schon Nudeln und außerdem ist mir heute nicht nach Nudeln. Nun gut, ich könnte Kürbisgemüse dazu machen, dass wäre dann mal etwas anders als der Nudel mit Tomatensoße-Klassiker. Und die Freundin? Die mag eigentlich alles. Die Große hat die letzten Male den Kürbis nicht gegessen. Wie stehe ich denn da? Ich koche und die Kinder essen nur trockene Nudeln. Außerdem muss ich pünktlich zu einer festen Uhrzeit mit dem Kochen fertig sein weil die Große noch zum Gitarrenunterricht muss. Aber wenn ich den Kürbis zu früh anstelle wird er zu weich, zu spät wird er zu hart. Die Nudeln kann ich kurzfristig schnell kochen..... WAHNSINN höre auf!  Koch' doch einfach das wozu Du im Moment Lust hast. Fertig. PUNKT!

Ich telefonierte mit einer anderen Freundin und wir kamen ins Plaudern. Plötzlich sah ich auf die Uhr und dachte, ich muss anfangen mit dem Kochen oder eine Brotzeit machen. Durch das Gespräch war ich abgelenkt und kochte aus dem reinen Impuls heraus. Ich schälte die Steckrübe und lauschte dem Gespräch. Ich schnitt sie irgendwie und erzählte. Die Zwiebel hackte ich klein und dünstete sie. Ich schaute wenig zur Uhr, sondern machte einfach gerade das, was ich für angemessen hielt. Ah, da habe ich doch noch einen Rest Kokosmilch im Kühlschrank. Den Reis setze ich einfach jetzt schon auf, der kühlt nicht so schnell ab. Und die roten Linsen sind schnell gar. Wir beendeten unser Telefonat und ich schaute zur Uhr. Oh, ich muss die Kleine vom Kiga abholen, aber das Essen muss in 10 Minuten ausgestellt werden. Bis dahin bin ich noch nicht zurück. Streß kam auf, was nun? In dem Moment kam die Große von der Schule. Sie bekam Anweisungen, dass wenn die Uhr piepte, sie die Töpfe von den heißen Platten schieben muss. 

Kreativität beginnt im bloßen Sein im Augenblick.

Sat Nam 

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