Guru Dev hatte gestern unter anderem folgendes "Gleichnis" erzählt:
"Ein reicher indischer König schaut auf seinen riesigen Garten. Er sieht all die wunderschönen Pflanzen und denkt: Das sind meine Pflanzen! Er hört einen Vogel zwitschern und denkt: Das ist mein Vogel! Dann geht er tiefer in seinen Dschungel hinein. Plötzlich hört er ein gefährliches Geräusch: Das ist mein Tiger! Und er klettert auf einen Baum. Er glaubt, er sei erst einmal gerettet. Doch dann hört er ein weiteres Geräusch: Krrr, Krr, Knabb, Knabb. Zwei Ratten nagen an seinem Ast auf dem er sitzt. Er will sich auf einen anderen Ast retten, der über ihm ist. Er schaut auf und sieht in die Augen einer Kobra! Oh, nein. Doch dann hört ein leises Geräusch. Plitsch, platsch. Und er sieht wie aus dem Baumstamm reinster Honig tropft. Den leckersten, den er je in seinem Leben gegessen hat. Und er schleckt und schleckt...." Dann zeigt uns Guru Dev eine Meditationshaltung, wo wir mit dem rechten Arm eine Bewegung machen so als würden wir diesen leckeren Honig schlecken.
Ich dachte mir und was soll jetzt diese Geschichte? Während der Meditation ist mir eine Antwort eingefallen: Egal wie aussichtslos eine Situation auch ist: Genieße sie! Es passt in Sätze wie: Yesterday is history, tomorrow ist mystery, today is the one and only: Enjoy it!
Heute Morgen hörte ich den Wetterbericht und dachte, oh, Du wolltest doch schon die ganze Zeit auf den Olchinger See zum Schlittschuh laufen. Wenn es ab Morgen die ganze Zeit schneit, wird das schwierig werden. Außerdem: Genieße den Moment! Auch wenn der Wind eisig war und ich es nicht lange auf dem Eis ausgehalten habe, war es total schön. Dieses Gleiten und das Schnarren der Kufen auf dem Eis mag ich sehr. Es ist fast wie Schweben und mit der Schneelandschaft herum fühlte ich mich wie in einem Märchen.
Beim Mittagessen erzählte ich den Kindern vom Eislaufen und die Große meinte: "Das finde ich irgendwie komisch. Dass Du einfach am Vormittag ohne uns Eislaufen warst." Dabei lächelte sie. Ich sagte ihr, dass es sehr wichtig ist, dass man etwas tut, was einem gut tut. Dann hat man wieder mehr Kraft für die Dinge, die man tun muss und kann andere besser unterstützen. Darüber wird sie nachdenken, mal sehen, wann sie dieses Argument für sich einsetzen wird... (Vielleicht so: "Mama, ich brauche dieses Schokoeis einfach. Es tut mir gut und gibt mir wieder Kraft für andere Dinge..." ;-) )
Sat Nam
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