Auch heute hat mich der Satz "Halte durch und Du wirst gehalten" beschäftigt. Wenn ich eine nervenstärkende Übung mache wie z.B. die Arme seitlich 7 Minuten halten, komme ich nach Gedanken wie "Warum mache ich das hier eigentlich? - Habe ich überhaupt mein Auto abgeschlossen? ..." und Wut ("so eine Sch... - Übung!") irgendwann an einen ganz anderen Ort. Dort spielen Gedanken und Zeit überhaupt keine Rolle. Alles ist gut und warm. Ich muss nicht mehr kämpfen oder denken. Es reicht, wenn ich einfach so bin wie ich gerade bin. Ich muss mich an nichts Äußerlichem orientieren und finde so Halt in mir. Ein Halt in einem haltlosen Raum, grenzenlos verbunden mit dem großen Nichts....
Auch im Alltag mit meinen Kindern spüre ich das. Wenn die beiden (4 und 7 Jahre) mich herausfordern, ist es von der nervlichen Anspannung her genauso wie in der Arm-halten-Übung. Heute sah ich in den Garten und dachte, die haben aber toll aufgeräumt. Wenig später musste ich noch etwas ins Gartenhaus stellen und wurde fast ohnmächtig als ich das Grauen sah. Sie hatten alles wild hineingestopft, so dass mir alles entgegenfiel als ich die Tür aufmachte (ganz zu schweigen von den Steckperlen, die sie dort überall verteilt hatten). Für einen Moment dachte ich, ich verliere den Halt, wollte schon zu ihnen laufen und ihnen eine Predigt halten. Aber dann atmete ich tief durch, konzentrierte mich auf das 3. Auge und fand wieder Halt im großen Nichts. Ich holte sie zu mir, erklärte ihnen, dass es so nicht geht und wir räumten zusammen auf. Es ist unangenehm den ersten Schmerz zuzulassen (einfach loszubrüllen scheint verlockender), aber es ist ein angenehmes Gefühl, wenn ich es geschafft habe, den liebevollen Weg zu gehen. Haltung bewahren ist letztendlich Liebe zu sich selbst und zu anderen.
Sat Nam
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