Montag, 26. September 2011

Unterschätzen

Mein Mann hat mir gesagt, dass er sich etwas Sorgen macht, ob das nicht alles zuviel wird für mich: Yogalehrer-Ausbildung Stufe 1, SNR Stufe 2 und der Umzug. Ich spürte, dass er es im Grunde nur lieb meinte, doch ich wurde auch etwas wütend. Einerseits aus Angst vor mangelnder Unterstützung, aber da war noch etwas anderes, dass viel stärker war. Als ich am nächsten Morgen mein Yoga machte, wurde es mir klar. Ich war wütend, weil ich mich unterschätzt fühlte. Seit einem Jahr manage ich (neben der Kinderyogalehrer-Ausbildung und Stufe 1 SNR) meine beiden Kinder von Montag bis Donnerstag alleine und habe durch dieses Jahr erfahren, welche Kraft und Nervenstärke in mir steckt. Dass hat mich viel klarer gemacht indem, was ich will und was ich kann. Früher hätte mich seine Aussage verunsichert und vielleicht hätte ich sogar meine Pläne verändert, aber das ist jetzt vorbei. 

Sich selbst und andere zu unterschätzen ist menschlich, aber Gift für die Seele. Es erinnert mich an ein berühmtes Zitat von Nelson Mandela: "Unsere tiefgreifendste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind. Unsere tiefgreifendste Angst ist, über das Messbare hinaus kraftvoll zu sein. Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, die uns am meisten Angst macht. Wir fragen uns, wer bin ich, mich brilliant, großartig, talentiert, phantastisch zu nennen? Du bist ein Kind Gottes. Dich selbst klein zu halten, dient nicht der Welt. Es ist nichts Erleuchtetes daran, sich so klein zu machen, dass andere um Dich herum sich nicht unsicher fühlen. Wir sind alle bestimmt, zu leuchten wie es Kinder tun. Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes, der in uns ist, zu manifestieren. Er ist nicht nur in einigen von uns, er ist in jedem einzelnen. Und wenn wir unser eigenes Licht erscheinen lassen, geben wir unbewusst anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun. Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch andere."

Ich kenne aus meiner Vergangenheit auch das Phänomen der Überschätzung und ich hatte oft Angst, wieder in diese Falle zu tappen. Ich fragte mich oft, wie kann ich es unterscheiden? Wo bin ich in meiner Kraft und wo überschätze ich mich? Meine Antwort ist: Dort wo ich meinen eigenen Weg gehe, bin ich in meiner Kraft. Dort wo ich glaube, ich müsste einen bestimmten Weg gehen, weil ich meine, dass "man" den Weg so gehen sollte, weil "alle" anderen ihn gehen oder weil ich gierig bin nach Anerkennung und Status, da schätze ich mich falsch ein. Da bin ich nicht mit meinem wahren Selbst verbunden.

Um es wirklich unterscheiden zu können, brauche ich die Erfahrung mit meiner Seele verbunden zu sein. Was mir durch das Kundalini-Yoga am leichtesten gelingt.

Sat Nam
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen