Heute Morgen beim Telefonieren mit einer Freundin aus dem Norden hatte ich Sprechdurchfall. Es ist eine harte Diagnose, aber ich musste den Tatsachen ins Auge sehen. Ich entschuldigte mich, sie meinte nur, dass ihr das nichts ausmacht und ja auch wirklich sehr viel passiert ist seit dem letzten Telefonat. Das war lieb gesagt.
Ich kann es drehen und wenden wie ich will, ich bin aufgeregt. Gestern Nachmittag war in Celle Hausübergabe und seitdem spüre ich ein Kribbeln im Bauch (... so als wenn man zuviel Brausestäbchen isst...). Da kann ich lang und tief atmen wie ich will, es nützt nichts. Ich war richtig sauer auf mich: Mensch, da machst Du soviel Yoga und jetzt rennst Du rum wie ein aufgescheuchtes Huhn. Das einzige, was mich etwas auf den Boden brachte, war ein Spaziergang und ein sehr schöner Nachmittag mit Kalyan Kaur. Wir saßen in der Sonne, tranken Tee, aßen Ohne-Kuchen (=ohne Gluten, ohne Ei, ohne weißen Zucker,....) und unterhielten uns wunderbar über das Yoga und das Leben. Dabei sprachen wir auch über das Sat Nam Rasayan und mir wurde noch einmal bewusst, dass ich Aufregung nicht wegatmen kann. Das reine Bewusstwerden und Spüren reicht aus. Oder wie Sahib Kaur kurz vor einem Prüfungswochenende so treffend mailte: "Genieße die Aufregung."
Ich kann mir Fragen stellen wie: Wo genau spüre ich die Aufregung? Im Kopf? Im Bauch? Und dem dann nachgehen. Solange spüren bis es sich auflöst oder verringert. Bei mir sitzt es in der Stirn und in den Schultern. Intuition und Vertrauen werden strapaziert. Aber egal, was es ist, es reicht es einfach wahrzunehmen: Ein Druck auf der rechten Seite, ein Puckern wie ein Herzschlag, wie eine Melodie "Bum, budibum, budibum...", es zieht an der rechten Körperseite weiter nach unten bis zu einem kleinen Juckreiz auf der Haut an der Hüfte, es geht weiter bis in den Fuß,... u.s.w.
Während ich das Aufschreibe und mir damit bewusst mache, verschwinden die Symptome allmählich und ich werde entspannter.
Sat Nam
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