Freitag, 18. November 2011

Inneren Frieden

Gestern in der Yogastunde bei Sant Subagh Kaur in Germering hatten wir eine Meditation zum inneren Frieden gemacht. Dazu gehört Vergebung in Beziehungen zu bestimmten Menschen (Familie, Freunde, Arbeitskollegen...). Es tauchten auch sofort ein paar Bilder in mir auf. Mir wurde bewusst, wo noch Verzeihen notwendig war und es ging mir gut. Erstaunt war ich nur, als ich heute Morgen in meiner täglichen Meditation (Long Ek Ong Kar) wieder mit diesen Bildern konfrontiert wurde. Diesmal jedoch mit richtig Wut um Bauch. Beim Frühstück war ich immer noch gereizt und unruhig. 

Gott sei Dank konnte ich es einrichten, dass ich nach dem ich die Kleine in den Kiga gebracht hatte, eine Runde durch den Wald gehen konnte. Die Wut wurde mir immer bewusster. Ich war sogar richtig sauer auf das Yoga. Toll, da stehe ich früh auf, mache Yoga und nun laufe ich hier rum wie ein wilder Tiger. Doch nach ein paar Schritten mit tiefen langen Atemzügen ging es etwas besser. Ich stellte mir vor, dass die betreffende Person vor mir steht und ich sagte ihr laut (!), was ich ihr schon immer einmal sagen wollte. Es tat gut. Ich schaute mich um, niemand war in meiner Nähe. (Hätte mich jemand erstaunt angeschaut, hätte ich gesagt, keine Sorge, ist der neueste Trend: Wut-Walking.) Also machte ich weiter. Meine Worte wurden milder. Die Wut verrauchte langsam. Ich seufzte und mein Herz wurde freier. Die Sonnenstrahlen durchströmten die Baumkronen und ich war froh, dieses schöne Herbstbild sehen zu können. Dann musste ich wieder an die Person denken und wie schwer Vergebung ist. Da erklang ein Lied von Snatam Kaur in mir, dass auf ihrer Kinderyoga-CD ist: The sun shines on everyone.... Ja, auf jeden! Egal, wie sehr mich jemand verletzt hat, auch für denjenigen scheint die Sonne. Da fiel es mir leichter zu vergeben und ich spürte, wie es mir warm wurde. Ich musste sogar ein wenig lachen. 

Für inneren Frieden gibt es keinen anderen Weg als Vergebung. 

Sat Nam

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