Heute beim Autofahren dachte ich plötzlich, warum ist es eigentlich oft so wichtig (für mich), wissenschaftliche Studien oder gesellschaftlich anerkannte Logiken zu verwenden, wenn ich etwas erkläre. Wie wäre es, wenn ich stärker meinen Gefühlen und Erfahrungen vertrauen würde? Wenn ich zu einer Situation sage, ich kann es nicht genau sagen, aber ich fühle mich damit traurig, froh, gut, schlecht, etc.... Ich meine das in verschiedene Richtungen. Wenn mich jemand mit "scheinbar" bestechender Logik zu überzeugen versucht, meine Alarmglocken in mir läuten und ich dann einfach sage: "Das mag alles stimmen, aber ich fühle mich irgendwie nicht gut dabei..." Oder wenn ich von etwas begeistert bin und am liebsten der ganzen Welt davon erzählen möchte, dann suche ich nach logischen Beweisen, um das zu untermauern. Aber im Grunde genommen reicht es doch aus, wenn ich sage: "Mir tut das sehr gut...." Punkt!
Wir leben im Wassermannzeitalter, da geht es um Individualität. Was für den einen gut ist, ist für den anderen vielleicht genau falsch. Gleichzeitig geht es um Gruppenbewusstsein. Damit wir uns nicht verloren und einsam fühlen in der individuellen Welt. Wo sind die Gemeinsamkeiten? Kann sich eine Mutter, die absolut gegen das Impfen ist, mit einer Mutter, die absolut für das Impfen ist, verbunden fühlen? Oh - ja. Beide sorgen sich um ihre Kinder und wollen nur das Beste. Und dieses Beste kann sehr unterschiedlich sein.
Doch wie weit geht Toleranz? Wenn ein Kind einem anderen Kind einen Stein auf den Kopf haut ist Schluss. Da geht es um Grundwerte des menschlichen Lebens. Da muss gehandelt werden. In der Kinderyogaausbildung hatten wir eine Erklärung von Yogi Bhajan, wo er sagte, dass das Wichtigste neben Liebe, das Vermitteln und Vorleben von Werten in der Kindererziehung ist. Und dazu gehört auch, dass wir die Gefühle unserer Kinder ernst nehmen und keine logischen Beweise brauchen. Das es reicht, wenn sie sagen, dass sie Angst haben und wir nicht gleich fragen: Warum? Hast Du Beweise? Oder selbst in Panik geraten: Oh je, was ist denn bloß Schreckliches passiert... Das wir sie erst einmal in den Arm nehmen und ihnen Zeit und Raum geben, so dass sie sich sicher fühlen und sie genauer sagen können, was los ist. Natürlich vermischen Kinder Realität und Fantasiewelt. Manchmal bin ich als Mutter verunsichert und ich weiß nicht genau, was ich glauben soll. Dafür ist das Gruppenbewusstsein wichtig. Dass wir uns ehrlich und offen austauschen mit anderen Eltern. Uns gegenseitig unterstützen und beruhigen oder auch notwendige Schritte unternehmen.
Genauso ist es beim Yoga. Ich kann täglich auf einem Handtuch in meinem Badezimmer Yoga machen und meditieren. Doch wenn ich dies nicht auch in einer Gruppe tue, hat es nur wenig Wert. Nur durch den Austausch mit anderen kann ich mich wirklich weiterentwickeln. Dann nutzen wir die Energie des Wassermannzeitalters: Individualität und Gruppenbewusstsein.
Sat Nam
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