Heute Nachmittag habe ich mit den Kindern Plätzchen gebacken und mich mal wieder dabei ertappt wie ich die eigenen Regeln selbst nicht einhalte. "Esst nicht zuviel von dem rohen Teig. Sonst habt ihr später Bauchschmerzen." Aber als die ersten Kekse fertig vom Blech rollten, schob ich mir immer wieder zwischendurch hemmunglos welche in meinen Mund. Die Kinder probierten und fragten: "Und wieviel dürfen wir von den Frischen essen?" Erst da fiel mir auf wie rund mein Bauch schon geworden war. Zwischen "bitte nicht das ganze Mehl auf den Tisch verstreuen", Bleche rein- und rausschieben mit "Vorsicht, das mache ich, die sind zu heiß" und "Nein, ein großer dicker Haufen ist kein Keks" mutierte mein eigener Schlund zu einem Backofen, der gierig jedes Streßkillerplätzchen aufnahm. Mein durch Yoga verbessertes Bewußtsein hatte Sendepause. Ich hatte es durch Sätze wie "der Zucker ist schließlich fair gehandelter Vollrohrzucker" in den Urlaub geschickt.
Nach der Süßorgie saß ich am Computer und wollte ein paar Dokumente einscannen. Es gab ein paar technische Probleme und ich spürte, wie meine Reizbarkeit stieg. Da stand mein Yogabewußtsein plötzlich wieder vor der Tür. "Atmen! Tief ein- und ausatmen." Ich tat es und fühlte mich besser. Ich spürte wieder tiefer in mich hinein und erschrak. Mein ganzer Körper kribbelte. Ich hatte einen Zuckerrausch. Da ich schon länger weniger Süßes esse, viel es mir jetzt das erste Mal richtig auf. Meine Nerven waren angespannt (damit der Körper Zucker verarbeiten kann, verbraucht er Vitamin B, was die Nerven brauchen) und meine Verdauung kämpft immer noch (schöne Grüße von der Bauchspeicheldrüse).
Das wird noch spannend mit Yoga durch die Weihnachtszeit zu gehen.
Sat Nam
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