Heute Morgen beim Frühstück starrte ich auf die Kerze und versank träumerisch in ihren Schein. Die Kinder klapperten mit ihren Müslischalen und unterhielten sich über ihre Beute aus dem Adventskalender. Ich blendete all dies um mich herum aus und ließ mich tiefer in eine meditative Stille gleiten. Nur das Ticken der Küchenuhr nahm ich stark war. Ich schaue auf den Sekundenzeiger, der mir so laut vor kam wie eine Kirchturmuhr und fing an den 1-Minuten-Yoga-Atem zu probieren. Ich atmete 20 Sekunden lang ein, hielt 20 Sekunden den Atem an und schaffte es sogar 20 Sekunden lang auszuatmen. Wow! Das war das erste Mal, dass es geklappt hatte! Ich machte weiter, doch beim Ausatmen musste ich zwischendurch nach Luft schnappen und die lebenswichtige Frage beantworten: "Mama, was ist eigentlich glu-ten-frei?" Ich weiß auch nicht so genau, warum dieser Hinweis auf der Marmelade steht.
Vor zwei Jahren hatte Sangeeth Singh im Grundkurs für die Kinderyogalehrerausbildung diesen Atem mit uns gemacht und ich bin fast erstickt dabei. Jedenfalls fühlte es sich sehr unangenehm an und ich dachte, diese Yogis spinnen. Wie soll man so atmen können? Ich bin schließlich kein Fisch.
Ich glaube, dass es an der Übungsreihe für bewussten Atem liegt, die wir bald 40 Tage machen. Natürlich ist es nicht wirklich wichtig, den 1 Minuten - Atem zu können. Yoga ist kein Leistungssport. Faszinierend finde ich nur, dass es überhaupt geht. Ich kann es auch nicht lange hintereinander, aber der Anfang ist gemacht und wenn ich Lust habe, kann ich dies weiter üben und schauen in welche Tiefen ich dabei hinabtauchen kann. Es ist auf jeden Fall irre beruhigend diesen Atem auszuführen.
Sat Nam
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