Dienstag, 20. Dezember 2011

In der Mitte bleiben - trotz Weihnachten

In meinen Weihnachtsvorbereitungen bin ich gelassener und effektiver geworden. Es war auch ein sehr schöner Nachmittag mit meinen Kindern, die Spaß hatten am Weihnachtswichtel spielen und mit gestempelt, geschrieben und gebastelt haben. Und dann noch der Schneefall! Ich habe mit Herzenslust die Schippe geschwungen.

Dann hatte ich ein Telefonat, wo mir bewusst wurde, dass vielleicht ein bestimmter Herzenswunsch nicht in Erfüllung gehen wird. Ein tiefes Zucken durchfuhr mich von unten nach oben. Ich verlor an Halt und vergaß den Beckenboden zu ziehen. Mir ist dabei bewusst geworden, dass ich nur dann wieder Halt finde, wenn ich meine Verbissenheit für diesen Wunsch ablege. Mich frei davon mache wie in dem Mantra Gobinde - Mukande... brauchte ich Akame (=wunschlos sein). Da fiel mir eine Hausaufgabe aus der Kinderyoga-Ausbildung ein. Ich chantete 40 Tage täglich 11 Minuten das Lieblingsmantra der Kinder "Ich bin glücklich - ich bin gut - Sat Nam - Sat Nam - Sat Nam Gi - Wahe Guru - Wahe Guru - Wahe Guru Gi". Dabei hatte ich die Erfahrung gemacht, dass es in einem etwas gibt, was unabhängig von allem äußeren ist. Eine Verbindung zur Seele, die immer glücklich ist - egal, was im Außen ist. Ich begann wieder dieses Mantra zu chanten und fühlte mich schnell viel besser.

Wunschlos sein in der Vorweihnachtszeit ist eigentlich eine Unmöglichkeit. Doch es geht nicht darum, keine Sehnsüchte oder Wünsche zu haben, sondern die Bindung daran zu lösen. Dass das eigene persönliche Glückserleben unabhängig davon ist. Natürlich fühle ich Freude, wenn es klappt und natürlich Traurigkeit, wenn es nicht klappt. Der Unterschied liegt darin, wie sehr ich mich damit identifiziere, d.h. wütend und verzweifelt werde, wenn es nicht klappt oder so überdrehe bei der Freude, dass die Realität nicht mehr wahrgenommen wird. Das kann ich tun - muss ich aber nicht.


Feel free!


Sat Nam

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