Der erste Schnee in diesem Winter! Auch wenn er noch nicht lange liegen blieb, so waren die Kinder total aus dem Häuschen und ich musste sie zurückhalten, dass sie nicht schon laut brüllend um 6.30 Uhr in den Garten rannten. Ich chantete gerade die Meditation Ong Namo Guru Dev Namo, als die Kleine mir einfach die Nase zu hielt und lachte... Für einen kurzen Moment war ich schon ein bisschen ärgerlich, dass sie mich so rausriss. Das wäre natürlich eine sehr verrückte Situation gewesen, wenn ich sie angebrüllt hätte. Ein wahrer Beweis, dass Yoga entspannt. Nein, ich unterbrach einfach und begrüßte sie. Sie erzählte mir vom Schnee und rannte wieder raus.
Mein Mann schlief noch unten und ich wurde nervös. Mein rechter Arm verkrampfte sich. Mist. Ich will nicht, dass die Kinder ihn wecken. Ich unterbrach wieder und ging nach unten, erzählte ihnen, dass sie noch eine Weile in Ruhe spielen sollten. Beim dritten Anlauf beendete ich endlich die Meditation. Es ist paradox. Da freue ich mich, dass wir am Wochenende wieder alle zusammen sind und dann verkrampfe ich mich. Es spukten Gedanken durch den Kopf wie "hoffentlich spielen sie leise, damit er schlafen kann, er kam doch gestern erst so spät nach Hause und wir wollen doch einen schönen Samstag haben, da wäre es doch blöd, wenn er sich müde und genervt durch den Tag hangeln muss" oder später als er Frühstück machte "hoffentlich stellt er der Großen keine kalte Milch hin, sie hatte doch erst gestern Bauchweh...." oder "wenn ich das Kopftuch trage, was mir im Moment so gefällt, dann könnte er denken, ich sehe aus wie eine Inderin und drehe jetzt bald total ab mit dem Yoga...."
Ich war heute eine Meisterin im sich selbst unter Druck setzen, sich für alles verantwortlich fühlen und dem Perfektionismus, dass dieser Tag, da er der einzige in dieser Woche ist, wo wir alle zusammen sein können, der supermegatolle Tag werden muss. Folglich tun mir meine Schultern weh (hochgezogen wegen Ängsten, es könne etwas schief gehen), meine eigentlich abgelegte Erkältung meldet sich wieder und meine Stirn schmerzt.
Jetzt könnte ich sagen: Das muss anders werden! Und mache mir damit wieder neuen Druck. Deshalb sage ich: Es ist menschlich, es ist Vorweihnachtszeit und es ist wunderbar, dass es mir aufgefallen ist und mir bewusst wird. Dadurch wird sich alles von selbst verändern...
Sat Nam
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