Heute habe ich das Set von gestern wieder geschafft. Doch die Reaktion war diesmal eine Andere. Ich war wütend und mir ist aufgefallen wie sehr Gereiztheit und Kraftlosigkeit miteinander zusammenhängen. Ich will schnell die Brote schmieren, ein Messer fällt zu Boden und ich stöhne: "Mist, jetzt fällt das auch noch runter." Meine Kinder würden lachen, sich bücken, das Messer nehmen und einfach weitermachen. Wenn ich mich unter Zeitdruck setze, verliere ich die Freude und damit die Kraft für das eigentliche Tun.
Dann durchkreuzte meine Kleine den Plan. Sie ist stark erkältet und konnte nicht in den Kindergarten. Ich wollte zum Französischkurs. Mein vertrautes Denkmuster meldete sich: Soll ich sie einfach mitnehmen? Oder ist es besser mit ihr zu Hause zu bleiben? Na ja, das Wetter sieht nicht gerade einladend aus. Aber frische Luft wäre schon gut. Habe ich eigentlich Lust zum Französischkurs? Willst Du mit zum Kurs? - Nein, ich will hier bleiben. Ja, eigentlich könnten wir uns einen gemütlichen Vormittag machen. Aber dann kommen wir nicht mehr raus und die frische Luft bei der Erkältung wäre gut und außerdem brauche ich noch Käse für das Mittagessen. Aber den könnte ich auch so holen und die Kleine für einen kurzen Moment vor den Fernseher parken. Aber ihr geht es wirklich nicht so gut. Letzte Woche war ich auch schon nicht beim Französisch. Gab es da eine Hausaufgabe? Wäre blöd wenn die anderen da was gemacht haben und ich mit leeren Blatt dastehe. Dann muss ich mir wieder alles aus den Fingern saugen. Feiern die in Frankreich eigentlich den Nikolaus? Vielleicht gibt es heute eine interessante Geschichte dazu.....
Es ist der pure Wahnsinn, was in einem Kopf vorgehen kann. Irgendwann gab ich mir selbst einen "Tritt": Jetzt hör' endlich auf damit! Treffe eine Entscheidung und mach' einfach. Das ist doch nicht zum Aushalten. Als wir losgingen fühlte ich mich wieder gut und tatkräftig. Einfach machen, das Gedankenkarussell raubt nur Kraft und führt zu keinem Ergebnis.
Sat Nam
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