Auch heute musste ich wieder gegen das Kopfkarussell "kämpfen". Ich habe drei intensive Tage vor mir und organisierte heute die Vorbereitungen.
Morgen gebe ich die Kinder in den Kiga bis zum Abend. Die Erzieherin hatte mir angeboten, dass die Große (2. Klasse) auch bleiben darf. Somit kann ich morgen entspannt in den Norden fahren. Am Abend werden die Kids von Dayajot Kaur (nochmals dicken Dank!) abgeholt, die sie mit zu sich und ihren Kindern nimmt, damit meine dort übernachten können. Mein Mann kommt morgen erst nachts aus Wien zurück. Von Donnerstag auf Freitag übernachte ich dann bei einer Freundin in Celle, die sich sogar von der Arbeit Zeit freischaufelt, damit sie mit mir am Vormittag das Haus ansehen kann. Danach düse ich nach Hamburg zur Beerdigung, danach geht es nach Bardowick in mein Heimatdorf, wo ich noch bis Sonntag bleibe und meine Familie in den Arm nehmen kann. Meiner Oma geht es nicht besonders gut und ich bin dankbar, dass ich die Gelegenheit habe, sie sehen zu können...
Wie soll ich bei diesem Zeitplan ruhig bleiben? Anfangs ging es noch, aber dann fuhr mein Gedankenkarussell immer schneller. Plötzlich hatte ich so Ideen wie "ich muss heute unbedingt noch den Boden wischen" oder "schnell noch mal eben zu C&A und eine schwarze Strumpfhose für die Beerdigung kaufen". Außerdem gab ich noch "zwischendurch" 90 Minuten Kinderyoga... Irgendwann schmerzte wieder meine Stirn und ich hielt inne, atmete tief durch und entschleunigte meine Pläne. Ich sang Ad Gureh Nameh und wurde ruhiger. Dieses Mantra ist für Schutz und gegen Ängste. Ich glaube, wenn ich etwas organisiere und dabei in einen Perfektionismus gleite, dann ist es Angst, die dahinter steckt. Die Angst, dass ich irgendetwas vergesse oder nicht "richtig" überlegt habe. Ich habe immer wieder daran gedacht, was ich wohl in drei Brotzeitboxen für den Kiga packen könnte. Dann fiel mir ein, ja, Du kochst heute Mittag Nudeln, damit sie morgen in der Mittagszeit wenigstens kalte Nudeln in ihrer Box haben (die "Armen" müssen mittags ohne warme Mahlzeit auskommen...., sie werden bestimmt verhungern....). Als ich nochmal mit der Erzieherin sprach, bot sie von sich aus an, dass sie gerne warmes Essen bekommen können, weil in den Ferien eh so wenig los ist und zuviel da ist....
Ich glaube, wenn viel auf dem Zettel steht, ist es besonders wichtig, langsam zu machen und viele Pausen einzulegen... Also genau das Gegenteil von dem, was meine eine Seite in mir gerne will.
Sat Nam
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