Das Herzzentrum geöffnet zu halten ist nicht immer leicht. Wenn mich jemand mit Worten verletzt, erscheint es erst einmal leichter zurück zu schlagen. Ohne Gegenschlag bleibe ich bei mir und meinem Schmerz, den ich dann stark spüren kann. Diese Gefühle auszuhalten und zu zeigen verlangt viel Mut. Dagegen spielt die Angst, nicht noch ein weiteres Mal verletzt zu werden.
Heute gab es in der Stunde von Sant Subagh Kaur eine Kryia für das Herz und mir wurde bewusst, dass ich mich zwar durch das Yoga weiterentwickelt habe, indem ich nicht mehr sofort zum Gegenschlag aushole, aber dass ich die ganze Konsequenz nicht getragen habe. Ich habe das schmerzhafte Gefühl nicht wirklich zugelassen, sondern habe einfach nur geschluckt und das Herzzentrum geschlossen. Bis zu dem Punkt, wo das Fass zum Überlaufen kam und sich Tränen wie Wasserfälle aus meinen Augen stürtzten. Ich bin froh, dass noch alles herauskam und ich mich nicht "zerfressen" habe. Doch ich frage mich, wie will ich zukünftig reagieren? Einen Staudamm voll laufen lassen, möchte ich nicht mehr.
Ich hoffe, dass ich es bei der nächsten Verletztung schaffe, klar zu bleiben und zu sagen, wie ich mich gerade fühle. Nur einfach sagen, ohne Vorwurf oder "Kriegserklärung". Einfach aus dem Herzen sprechen.
Sat Nam
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