Mittwoch, 5. Oktober 2011

Sat Nam - Putztag

Übermorgen kommen meine Schwiegereltern und hüten für zwei Tage die Kinder. Mein Mann und ich können somit entspannt in den Norden fahren und uns ein paar Häuser zum Wohnen anschauen. Schon seit gestern beobachte ich einen Kampf in mir. Die Putzseite möchte am liebsten alles keimfrei reinigen und die Trotzseite, die meint, ist doch egal, wer da kommt, Hauptsache ich fühle mich wohl. Es ist nicht ganz einfach den Mittelweg zu finden. 

Irgendwann dachte ich an einen Kalenderspruch: Es ist egal, was Du machst. Aber tue es mit Freude! Ich habe die Energie der Putzseite (PS) genutzt und Fenster geputzt. Damit die Trotzseite (TS) nicht Amok läuft, habe ich Mantren dazu gesungen. Als ich im Yogazimmer mit dem Fenster fertig war, nutzte die TS den kurzen zufriedenen Moment der PS, ließ den Putzeimer stehen und schnappte sich die Gitarre. Ich spielte einfach drauf los. Es waren zunächst leicht aggressive Töne, die sich aber nach einer Weile zu einer Melodie formten. Dazu sang ich Sat Nam - Wahe Guru und kam in einen guten Schwung. Schließlich tauschte ich die Gitarre wieder gegen den Eimer ein und ging zu den anderen Fenstern. Dabei sang ich die frisch gebackene Melodie mit dem Mantra. Es hatte sich etwas verändert. Das Putzen wurde zu einer Art Meditation. Es war nicht mehr wichtig, wann ich fertig bin und wieviele Fenster noch vor mir liegen. Es ging nur um den Moment. 

Erst später ging mir auf, dass das Mantra ziemlich gut zu dem Kalenderspruch und zu meiner Situation passte. Sat Nam = mein wahres Selbst + Wahe Guru = Lebensfreude. Vielleicht sollte ich mich zukünftig vor dem Putzen erst einmal mit der Gitarre einstimmen und dann mit dem richtigen Beat und Mantra loslegen...

Sat Nam 

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